Preisträger 2011
Volker Schlöndorff (Foto: SWR/Michael Schulze)
Medienpreis
Volker Schlöndorff
Der Medienpreis 2011 geht an Volker Schlöndorff. Der international renommierte Regisseur hat sowohl in Deutschland als auch in Frankreich gelebt und durch sein Wirken das Deutschlandbild in Frankreich über Jahrzehnte und nachhaltig mitgeprägt. Er ist ein Vermittler auf mehreren Ebenen: zwischen Kulturen, zwischen Völkern, zwischen Kunstformen und nicht zuletzt zwischen Generationen.
Martine Laroche-Joubert
Alexis Jacquet
Fernsehpreis
Martine Laroche-Joubert / Alexis Jacquet
France 2

Den Fernsehpreis erhalten Martine Laroche-Joubert und Alexis Jacquet für ihre Reportage "Une opérette à Ravensbrück" ("Eine Operette in Ravensbrück"), die auf France 2 ausgestrahlt wurde. Es ist die bewegende Geschichte der Aufführung einer Operette, die die französische Gefangene Jermaine Tillon im Frauenlager des KZ Ravensbrück komponiert hat.

Der Film besticht durch die emotional offene Begegnung der Generationen und ist ein Dokument für das Hinsehen. Er wirft einen neuen Blick auf einen Teil der Geschichte, von der schon fast alles erzählt schien. Dabei geht er mit viel Respekt nah an die Protagonistinnen heran und verzichtet auf Effekte. Die fünf Folgen überzeugen durch ihre konsequente Handschrift bei der filmischen Umsetzung.

Martin Durm
Hörfunkpreis
Martin Durm
SWR 2

Der Hörfunkpreis geht an Martin Durm für "Berg des Leids, Berg der Hoffnung - Sinnsuche am Mont Sainte Odile", gesendet auf SWR 2.

Diese Reportage hat die Jury überzeugt durch ihre hohe Qualität, ihre Umsetzung und die Gefühle, die sie weckt. Der Autor ist in hohem Maße persönlich involviert. Zu diesem persönlichen Blick kommen zahlreiche ergreifende Augenzeugenberichte, die eine große Dichte erzeugen. Durch die Personifizierung des Berges gelingt es ihm, das geteilte Leid auf beiden Seiten der Grenze darzustellen. Der Odilienberg weckt hüben wie drüben dieselben Erinnerungen und zieht sich wie ein roter Faden durch die Reportage, die Jury als radiophones Juwel einstuft. Durch die außergewöhnliche Umsetzung gelingt Martin Durm "Kino im Kopf" im bestem Sinne des Wortes.

Karin Finkenzeller (Foto: Laurent Attias)
Printmedienpreis
Karin Finkenzeller
Die Zeit

In der Kategorie Printmedien erhält den Preis Karin Finkenzeller für ihren Artikel "Die Post bleibt!", erschienen in der Wochenzeitung Die Zeit.

Der Artikel verhandelt ein wirtschaftliches Thema: die Privatisierung der französischen Post. Aber statt nur nackte Zahlen und Fakten zu liefern, kleidet die Autorin ihr Thema mentalitätsgeschichtlich, soziologisch und kulturell so reich aus, dass man gerade als deutscher Leser nach der Lektüre besser versteht, warum die Franzosen derart inbrünstig an dieser Institution hängen. Finkenzeller schafft es, dieses eigentlich trockene Thema so lebhaft zu schildern, dass man noch Tage nach der Lektüre gerne an die Figuren des Artikels denkt und sich an den Tati-Film "Schützenfest" erinnert.

Michel Verrier
Internetpreis - gestiftet vom Département de la Moselle
Michel Verrier

Der Internetpreis, gestiftet vom Département de la Moselle, wird verliehen an Michel Verrier für das Webangebot "www.michel-verrier.com".

In seiner Presseschau fasst Michel Verrier die aktuelle deutsche Tagespresse zusammen. Zusätzlich behandelt er in seinem Blog wesentliche Themen des aktuellen Zeitgeschehens in Deutschland. Für Französischsprachige ist sein Webangebot eine wertvolle tägliche Informationsdienstleistung.

Dorothee Räber
Nachwuchspreis - gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk
Dorothee Räber
WDR 5

Den Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, erhält Dorothee Räber für ihren Hörfunkbeitrag "Französische Praktikanten im Sauerland“, gesendet auf WDR 5.

Dorothee Räber hat mit ihrer Reportage über Auslandspraktika von Azubis thematisches Neuland betreten. Der interkulturelle Aspekt ist hier besonders gut herausgearbeitet. Der Beitrag ist modern und ansprechend umgesetzt und hält den Zuhörer bis zum Ende in Bann. Neben Aktualität und Informationsgehalt überzeugt der Beitrag vor allem durch seinen hohen Servicecharakter. Die Jury wünscht sich, dass diese Entscheidung eine Signalwirkung für die Zukunft hat, um die Suche nach neuen, aktuellen und originellen Themen zu fördern.