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Pressemeldungen 2026-05-06T15:53:00+02:00

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis 2026: 

Prof. Dr. Joachim Nagel François Villeroy de Galhau

  

 Saarbrücken, Berlin und Paris, 07.05.2026

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Prof. Dr. Joachim Nagel, und der Gouverneur der Banque de France, François Villeroy de Galhau, werden in diesem Jahr gemeinsam mit dem Großen Deutsch-Französischen Medienpreis geehrt. Die feierliche Preisverleihung findet am 16. September 2026 in Paris statt.

Die Entscheidung, den Preis erstmals an zwei Notenbankchefs gemeinsam zu vergeben, trägt besondere Symbolkraft: Sie würdigt eine jahrelange enge Zusammenarbeit im Dienst der europäischen Integration. Dies gilt umso mehr, als der noch amtierende Gouverneur der Banque de France inzwischen angekündigt hat, sein Amt im Juni 2026 niederzulegen.

„Prof. Dr. Nagel und Gouverneur Villeroy de Galhau verkörpern eindrucksvoll die Idee eines gemeinsamen europäischen Wirtschafts- und Währungsraums. Ihr beharrliches, grenzüberschreitendes Engagement für Stabilität, Vertrauen und den deutsch-französischen Dialog macht sie zu herausragenden Botschaftern der europäischen Zusammenarbeit – und damit zu würdigen Trägern unseres Preises.“

Martin Grasmück, Vorstandsvorsitzender des Deutsch-Französischen Journalisten- und Medienpreises (DFJP), Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR)

Grasmück betonte, in einer Zeit, in der geopolitische Unsicherheiten und wirtschaftliche Herausforderungen die gesellschaftlichen Debatten prägten, stünden beide Notenbankchefs für Verlässlichkeit und transnationale Verantwortung. Als enge Vertraute im Europäischen Zentralbankrat hätten Nagel und Villeroy de Galhau die deutsch-französische Wirtschaftspartnerschaft in kritischen Phasen aktiv mitgestaltet.

Begründung der Jury

 Grundlage für die Vergabe des Preises an beide Zentralbankchefs ist ein Beschluss der Mitgliederversammlung des DFJP. Mehrere Aspekte spielten dabei eine besondere Rolle:

Gemeinsame Stimme in der Krise

Als Kollegen im EZB-Rat, als Freunde und entschiedene Verfechter des europäischen Gedankens sprachen sich beide gemeinsam öffentlich für eine Wiederbelebung des konzertierten deutsch-französischen Handelns aus und verdeutlichten durch ihr Handeln, wie wichtig diese Kooperation in den vergangenen Jahren für die europäische Krisenbewältigung war.

Kampf gegen die Inflation – koordiniert und erfolgreich

Die Teuerungsrate in der Eurozone sank von über 10 Prozent auf 2,0 Prozent. Nagel und Villeroy de Galhau waren dabei nicht immer bei allen Schritten vollkommen einer Meinung, doch gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen im EZB-Rat gelang es stets, zu tragfähigen Entscheidungen zu kommen. Dieses Miteinander in konstruktiver Meinungsverschiedenheit war und ist beispielgebend und ein Spiegelbild des deutsch-französischen Geistes, der die Freundschaft zwischen beiden Ländern seit Jahrzehnten trägt.

Gemeinsame publizistische Arbeit

Nagel und Villeroy de Galhau veröffentlichten zahlreiche gemeinsame Gastbeiträge in den Medien und im Rahmen von Fachvorträgen zu Themen wie Inflation, europäischer Integration und geopolitischen Krisen. Ein solches gemeinsames öffentliches Auftreten zweier Notenbankchefs ist ungewöhnlich und trägt deshalb maßgeblich zum öffentlichen Bewusstsein für die europäische Idee bei. Beide Preisträger stehen damit für eine Form der deutsch-französischen Zusammenarbeit, die weit über das Protokoll offizieller Anlässe hinausgeht: Sie ist inhaltlich substanziell, persönlich gewachsen und öffentlich wirksam.

Über den Großen Deutsch-Französischen Medienpreis

 Der Große Deutsch-Französische Medienpreis wird alljährlich abwechselnd in Berlin und Paris vergeben. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern in der Vergangenheit gehören unter anderem Simone Veil, Alfred Grosser, Valéry Giscard d’Estaing, Helmut Schmidt, SOS Méditerranée, Prof. Jürgen Habermas, das Ehepaar Beate & Serge Klarsfeld, die Astronauten Matthias Maurer und Thomas Pesquet, Leïla Slimani, Anselm Kiefer, Wim Wenders sowie im vergangenen Jahr die Sängerin Zaho de Sagazan.

Der Deutsch-Französische Journalistenpreis (DFJP) wird zudem in den crossmedialen Kategorien Newsformate, Dokumentation, Investigation, Spezialpreis, Jeunes Talents und Wissenschaft vergeben. Aktuelle Ereignisse, die Krisen und Herausforderungen der Gegenwart spielen bei der Auswahl eine besondere Rolle.

Die Preisträger im Portrait

 Prof. Dr. Joachim Nagel – Präsident der Deutschen Bundesbank

Joachim Nagel wurde am 31. Mai 1966 in Karlsruhe geboren. Nach seinem Volkswirtschaftsstudium am heutigen Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und seiner Promotion im Jahr 1997 trat er 1999 in den Dienst der Bundesbank, wo er sich durch zahlreiche leitende Positionen – von der Marktanalyse über die Bankenaufsicht bis zur Finanzstabilität – vorarbeitete.

Von 2010 bis 2016 war er Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, danach wechselte er zur KfW-Bankengruppe und anschließend zur Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), wo er stellvertretender Leiter des Bankbereichs war. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernannte ihn im Januar 2022 zum Präsidenten der Deutschen Bundesbank als Nachfolger von Jens Weidmann.

In dieser Funktion ist Nagel Mitglied im Lenkungsausschuss des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken, Gouverneur beim Internationalen Währungsfonds sowie Mitglied im BIZ-Verwaltungsrat und der G7- und G20-Finanzminister- und Zentralbankgouverneurstreffen. Zudem ist er Honorarprofessor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.

François Villeroy de Galhau – Gouverneur der Banque de France (bis Juni 2026)

François Villeroy de Galhau wurde am 24. Februar 1959 in Straßburg geboren. Er entstammt der lothringisch-saarländischen Industriellenfamilie Villeroy de Galhau, die seit 1791 im Saarland ansässig ist und Miteigner von Villeroy & Boch ist. Als Absolvent der ENA und Inspecteur des finances begann er seine Karriere 1988 in der Direction du Trésor.

Nach verschiedenen Stationen in Ministerien und in Brüssel wurde er von 1997 bis 2000 Kabinettsdirektor des Wirtschafts- und Finanzministers. Von 2003 bis 2015 war er in leitenden Positionen bei BNP Paribas tätig. Im September 2015 schlug Präsident Hollande ihn für das Amt des Gouverneurs der Banque de France vor; Präsident Macron verlängerte sein Mandat 2021 für eine zweite Amtszeit.

Villeroy de Galhau war Mitglied des EZB-Rats, Präsident der Autorité de contrôle prudentiel et de résolution (ACPR) sowie seit Januar 2022 Präsident der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Für seine Verdienste um die deutsch-französischen Beziehungen erhielt er das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Vorzeitiger Rücktritt Villeroy de Galhaus

François Villeroy de Galhau kündigte am 9. Februar 2026 an, seine Funktion als Gouverneur der Banque de France im Juni 2026 niederzulegen – rund 18 Monate vor dem offiziellen Ende seines Mandats, das ursprünglich bis Ende 2027 laufen sollte.

Als persönlichen Beweggrund nannte er in einem Interview mit Les Echos den Wunsch, nach der Banque de France eine Aufgabe im sozialen Bereich zu übernehmen: Villeroy soll Präsident der Stiftung Apprentis d’Auteuil werden, einer großen französischen Organisation zur Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien in schwierigen Situationen.