Zaho de Sagazan
Die junge Sängerin aus St. Nazaire begeistert das Publikum auf beiden Seiten des Rheins durch ihre ungewöhnlichen Chanson-Elektro-Verbindungen. Zugleich sucht sie in ihrer Kunst immer wieder die Brücke zu Deutschland: Inspiriert durch Kraftwerk, geprägt von der Berliner Szene und deutschen Künstlerinnen und Künstlern, gehört der Antikriegssong „99 Luftballons“ von Nena, den Zaho de Sagazan auf Deutsch singt, zu ihrem ständigen Konzertrepertoire. Der Song aus den 80ern ist auch Ausdruck ihrer Liebe zur deutschen Sprache und zu dem Nachbarland, in dem sie als Austauschschülerin war.
Die Künstlerin, die aus ihrer Haltung gegen jedwede Art von Diskriminierung und politischem Extremismus keinen Hehl macht, füllt inzwischen weltweit große Hallen. Sie setzt sich für den Zusammenhalt unserer Gesellschaften ein und setzt damit ein wichtiges Zeichen für mehr Solidarität zwischen den Menschen ihrer Generation.
Die junge französische Sängerin Zaho de Sagazan wird 2025 mit dem Großen Deutsch-Französischen Medienpreis geehrt. Ihre Auftritte bei der Schlussfeier der Olympischen Spiele in Paris und der Eröffnungsfeier der Filmfestspiele in Cannes 2024 bleiben unvergessen.
Die Autorin

Zaho de Sagazan
Kategorie
Großer deutsch-französischer Medienpreis
Zaho de Sagazan
Weitere PreisträgerInnen
Karambolage
ARTE
Seit zwanzig Jahren entschlüsselt die ARTE-Sendung Karambolage mit Humor und Kreativität kulturelle und sprachliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Frankreich und Deutschland. Mit neugierigem Blick und einem journalistischen Stil, der Animation und Erzählung verbindet, beleuchtet sie jede Woche das Alltagsleben, Traditionen, Redewendungen oder historische Bezüge und offenbart dabei die feinen Nuancen beider Kulturen diesseits und jenseits des Rheins. Dank eines zugleich lehrreichen, manchmal schelmischen und stets wohlwollenden Tons beleuchtet Karambolage die Feinheiten beider Kulturen und bringt so Europa den Zuschauern ein Stück näher. Karambolage verkörpert den Geist des deutsch-französischen und darüber hinaus europäischen Dialogs und würdigt damit das intellektuelle Erbe von Alfred Grosser.
Für ihr vorbildliches Werk der kulturellen Vermittlung wird Karambolage mit dem Spezialpreis „Alfred Grosser“ ausgezeichnet.
Die AutorInnen

Karambolage
Kategorie
Spezialpreis „Alfred Grosser“
Karambolage

Weitere PreisträgerInnen
„‚Worte sind die erste Waffe‘ – Wie eine Anwältin zur Feministin wurde”
SWR Kultur
Im Audiobeitrag Worte sind die erste Waffe – wie eine Anwältin zur Feministin wurde zeichnet Luna-Shirin Ragheb ein eindrucksvolles Porträt der Anwältin Negar Haeri. Anhand ihres Engagements im Prozess um den Femizid an der 15-jährigen Shaïna Hansye beleuchtet die Autorin die Mechanismen einer Justiz, die gegenüber geschlechtsspezifischer Gewalt oft blind bleibt. Mit einer intimen, sensiblen und zugleich präzisen Erzählweise offenbart diese Reportage die Schwächen eines Systems und erzählt zugleich die Geschichte einer Frau, die zwischen zwei Kulturen aufgewachsen ist und ihren Weg mit Entschlossenheit geht. Eine kraftvolle Erzählung, die zeigt, welche Tiefe journalistisches Audio auch im Zeitalter flüchtiger Inhalte entfalten kann.
Luna-Shirin Ragheb ist eine junge Journalistin, die sich für gesellschaftliche Erzählungen, feministische Themen und ungehörte Stimmen einsetzt.
Der Autor

Luna-Shirin Ragheb
Kategorie
Jeunes Talents
„‚Worte sind die erste Waffe‘ – Wie eine Anwältin zur Feministin wurde”
Luna-Shirin Ragheb
Weitere PreisträgerInnen
„Das Vergewaltiger-Netzwerk auf Telegram”
STRG_F (NDR/funk)
Was verbirgt sich hinter einem simplen Einladungslink zu einer Telegram-Gruppe? In ihrer Dokumentation für STRG_F decken Isabell Beer und Isabel Ströh ein internationales Netzwerk von Vergewaltigern auf, die sich darüber austauschen, wie sie ihre Opfer betäuben, missbrauchen und erniedrigen können. Über ein Jahr lang infiltrierten die beiden Journalistinnen diese Gruppen, identifizierten mutmaßliche Täter und machten Straftaten sichtbar, die selbst den Ermittlungsbehörden bis dato unbekannt waren. Ihre gründliche und mutige Recherche konfrontiert Justiz und Politik mit einer verstörenden Realität und wirft grundlegende Fragen zur digitalen Aufklärung und Verantwortung auf. Der Deutsch-Französische Journalistenpreis 2025 in der Kategorie Investigation würdigt eine essenzielle Recherche über sexualisierte Gewalt im Netz.
sabell Beer und Isabel Ströh sind Investigativjournalistinnen bei STRG_F (NDR/funk). Ihre Recherchen konzentrieren sich auf sexualisierte Gewalt, Cyberkriminalität und verdeckte Ermittlungen.
Die AutorInnen

Isabel Ströh & Isabell Beer
Kategorie
Investigation
„Das Vergewaltiger-Netzwerk auf Telegram”
Isabel Ströh & Isabell Beer
Weitere PreisträgerInnen
„Ukraine, l’enfance volée”
France 5
In ihrem Dokumentarfilm Ukraine, l’enfance volée geben Tetiana Pryimachuk und Philippe Lagnier den jüngsten Opfern eines andauernden Krieges eine Stimme: den ukrainischen Kindern. Abseits der Bilder von Raketen und Schützengräben zeigt der Film die unsichtbaren Wunden des Konflikts – Trauma, Trauer, Angst. Durch erschütternde Zeugnisse vertriebener, verletzter oder verwaister Kinder und der Erwachsenen, die versuchen, ihnen zu helfen, zeichnen die Autor*innen das Porträt einer gebrochenen, aber würdevollen Jugend. Der persönliche Blick von Tetiana Pryimachuk, selbst Ukrainerin und Mutter, verleiht dieser Dokumentation eine seltene emotionale Kraft und Authentizität. Ein eindringliches Zeugnis über eine durch den Krieg geopferte Kindheit.
Tetiana Pryimachuk ist Journalistin und stammt aus der Ukraine, wo ihre Familie noch heute lebt. Philippe Lagnier ist Reporter bei France Télévisions.
Die AutorInnen

Tetiana Pryimachuk & Philippe Lagnier
Kategorie
Dokumentation
„Ukraine, l’enfance volée”
Tetiana Prymachuk & Philippe Lagnier
Weitere PreisträgerInnen
„Zwickau, le rêve brisé de Volkswagen”
Les Echos
In einer eindringlichen Reportage untersucht Thibaut Madelin das wechselvolle Schicksal des Volkswagenwerks in Zwickau, Sachsen. Als industrielles Aushängeschild der ehemaligen DDR hatte dieser Standort die Umstellung auf Elektroantriebe in 2019 gemeistert und war zu einem Symbol für den industriellen Aufschwung Deutschlands geworden. Angesichts der Energiekrise, der Rezession und der chinesischen Konkurrenz beschließt der Automobilriese jedoch, einen Teil seiner Produktion in den Westen zu verlagern, was die gesamte Region schwächt. Anhand von Erfahrungsberichten und Analysen zeichnet der Autor ein differenziertes Bild der enttäuschten Hoffnungen auf die Aufholjagd des Ostens, 35 Jahre nach der Wiedervereinigung.
Thibaut Madelin ist Reporter bei Les Echos und auf die europäische Wirtschaft spezialisiert.
Der Autor

THIBAUT MADELIN
Kategorie
Newsformate
„Zwickau, le rêve brisé de Volkswagen”
THIBAUT MADELIN

Weitere PreisträgerInnen
Bellingcat
Seit knapp einem Jahrzehnt ist Bellingcat eine feste Größe in der internationalen Recherche. Das Kollektiv liefert akribisch recherchierte Faktenchecks, insbesondere aus Krisengebieten, in denen eine unabhängige journalistische Arbeit nur unter schwierigsten Bedingungen möglich ist. Ob aus der Ukraine, aus Russland oder aus Gaza: Bellingcat arbeitet minutiös und nachhaltig – auch um zu verhindern, dass die Macht der Bilder für Propaganda missbraucht wird. Sie stehen mit ihren Open-Source-Recherchen auf der Seite der Machtlosen, der von Gewalt Betroffenen und demaskieren die Täter. Diese Recherchen ermöglichen Aufklärung, Gerechtigkeit und Gewissheit für die Opfer. Das Kollektiv erregt mit seinen Recherchen regelmäßig weltweit große Aufmerksamkeit und zwingt sogar Despoten zu einer Reaktion. So wurde Bellingcat aufgrund seiner Enthüllung beispielsweise in Russland als unerwünschte Organisation eingestuft.
Bellingcat ist ein internationales Recherchekollektiv, das aus Rechercheuren, Investigativ- und BürgerjournalistInnen besteht, die zu verschiedensten Themen Open-Source-Recherchen durchführen.
Die AutorInnen

Bellingcat
Kategorie
Spezialpreis

Weitere PreisträgerInnen
„Grandir en Europe / Growing up in Europe“
ENTR / France Médias Monde
Das ENTR-Projekt „Grandir en Europe“ hat die Jury mit seiner besonderen Erzählung von europäischer Gegenwart und Geschichte überzeugt. Es wirft ein Schlaglicht auf die Auswirkungen von Konflikten auf das Leben von jungen Menschen an unterschiedlichen Orten in Europa: von den religiös-ethnischen Spannungen in Bosnien über wirtschaftliche Ungleichheiten in Gibraltar bis hin zum Krieg in der Ukraine. Die Serie erzählt eindrucksvoll und intensiv, wie wichtig Frieden und Dialog im Kontext des europäischen Projekts weiterhin sind. Die jungen ProtagonistInnen kommen in dem Format ausführlich und unaufgeregt zu Wort. Der Serie gelingt es, nicht Partei zu ergreifen und sensible Themen nicht auszusparen. Ihre Erzählungen werden mit Hintergrundinformationen ergänzt und bieten Hoffnung auf ein neues Miteinander in Europa. Die Strahlkraft der Serie ist von der Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung geprägt.
ENTR ist ein journalistisches Netzwerk unter Federführung der Deutschen Welle und France Médias Monde mit Medienpartnern aus anderen europäischen Ländern. Durch seine Ausrichtung auf soziale Medien spricht das europäische, mehrsprachige Angebot insbesondere junge Menschen an.
Die AutorInnen

Jade Briend-Guy, Elena Pompei, Malvina Raud
Kategorie
Investigation
„Grandir en Europe / Growing up in Europe“
Jade Briend-Guy, Elena Pompei, Malvina Raud
Weitere PreisträgerInnen
„Geheimplan gegen Deutschland“
Correctiv
Der Correctiv-Recherche ist es gelungen, mit klassisch-investigativem Journalismus tief in geschlossene rechte Netzwerke einzudringen. Die teils durch Undercover-Methoden zusammengetragenen Fakten, Verbindungen, Informationen zeigen, wie Rechtsextreme über Grenzen hinweg die Gesellschaft verändern wollen. Die nüchterne Darstellung verstärkt die beklemmende Wirkung des Beitrags. Wie kaum eine andere journalistische Arbeit der letzten Jahre hat die Correctiv-Recherche europaweit politische Diskussionen ausgelöst und Menschen dazu bewegt, sich gegen Ausländerhass und für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie einzusetzen.
Correctiv ist eine Institution im unabhängigen und investigativen Journalismus. Seit knapp zehn Jahren stoßen die Reporter und Reporterinnen der Redaktionen mit ihren Recherchen regelmäßig öffentliche Debatten an und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer offenen und demokratischen Gesellschaft.
Die AutorInnen

Mohamed Anwar, Marcus Bensmann, Anette Dowideit, Gabriela Keller, Jean Peters & Justus von Daniels
Kategorie
Investigation
„Geheimplan gegen Deutschland“
Mohamed Anwar, Marcus Bensmann, Anette Dowideit, Gabriela Keller, Jean Peters & Justus von Daniels


