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Pressemeldungen 2026-09-17T12:35:29+02:00

Pressemitteilung

Verleihung des Deutsch-Französischen Journalistenpreises 2026 am 16. September in Paris

 

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutsch-Französischen Journalisten- und Medienpreises 2026 (DFJP) stehen fest.

Der Deutsch-Französische Journalistenpreis wurde in der von Virginie Herz und Mélanie Taravant moderierten Preisverleihung in insgesamt sechs Kategorien vergeben. Darüber hinaus wurde der Große Deutsch-Französische Medienpreis an Professor Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, und François Villeroy de Galhau, ehem. Gouverneur der Banque de France, verliehen. Diese Entscheidung würdigt die jahrelange enge Zusammenarbeit der beiden Männer im Rat der Europäischen Zentralbank, aber auch in der Öffentlichkeit, wo sie mit ihrer vertrauensvollen Beziehung in entscheidenden Momenten Impulse für die deutsch-französische und europäische Wirtschaftskooperation gesetzt haben. Ihre Fähigkeit, trotz aller Differenzen gemeinsam voranzukommen, steht für den Deutsch-Französischen Journalistenpreis sinnbildlich für den deutsch-französischen Geist und die Freundschaft, die das Verhältnis der beiden Länder seit Jahrzehnten prägt.

Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Medien und Kultur beider Länder waren zu diesem Abend eingeladen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger in den journalistischen Kategorien sind:

Kategorie Dokumentation:

Aliénor Carrière für „Trouver Sergueï” (Kometa)
Diese emotionale Reportage schildert das Wiedersehen der Journalistin mit ihrem Ziehbruder Sergueï, von dem sie zwanzig Jahre zuvor getrennt geworden war. Anhand dieser persönlichen Geschichte setzt sich der Text mit Erinnerung, Verlust und Zugehörigkeit auseinander und macht die Folgen des Kriegs in der Ukraine anhand einzelner Schicksale sichtbar.

Kategorie Investigation:

Das Recherche-Kollektiv von NDR / WDR / Süddeutsche Zeitung & Team für „Russian Secrets – So schützt Putin seine Atomwaffen mit europäischer Technik“
Diese internationale Recherche legt offen, wie deutsche Technologien über Umwege zur russischen Marine gelangen, und enthüllt, welche Strategien Russland entwickelt hat, um Putins Atomwaffenarsenal in der Barentssee zu schützen.

Kategorie Newsformate:

Julia Borutta für „Frankreich – Wie rechte Meinungsmacher den Diskurs verschieben“ (WDR/DLF)
Die Reportage führt Hörer*innen in ein vom Casino de Paris organisierten Abend, der von den Milliardären Vincent Bolloré und Pierre-Édouard Stérin veranstaltet wurde. So wird deutlich, wie einflussreiche Medienunternehmer ihre Macht nutzen, um den öffentlichen Diskurs zu verschieben und rechtsextreme Ideen im Vorfeld der nächsten französischen Präsidentschaftswahl salonfähig zu machen.

Kategorie Wissenschaft:

Christoph Peters für „Leben auf Plastik – Per Anhalter durchs Meer“ (MDR/ARTE)
Mit großer Eindrücklichkeit und wissenschaftlicher Genauigkeit erkundet diese Dokumentation die sogenannte „Plastisphäre“ – jene mikrobielle Welt zwischen der Antarktis und dem Pazifik, welche von Plastikpartikeln besiedelt wird. Damit klärt die Reporte über das Umweltthema auf, ohne in Alarmismus oder Sensationsjournalismus abzugleiten.

Kategorie Jeunes Talents:

Erik Hlacer für „Braunes Pflaster“ (Dummy Magazin)
Mit beißendem Humor analysiert dieser Artikel die Mechanismen des Populismus am Beispiel des südfranzösischen Béziers, wo Lokalpolitiker entgegen geltendem Recht DNA-Proben von Hundekot anordnen lassen, um dem Hundekotproblem Herr zu werden. Die fragwürdige Überwachung ist ein beunruhigendes Symptom dafür, wie der Rechtsstaat auf der Strecke bleibt, wenn der Zweck die Mittel heiligt.

Prix Spécial:

HugoDécrypte für die Actus du jour
Mit 20 Millionen Zuhörerinnen und Zuhörern hat Hugo Travers ein Nachrichtenformat geschaffen, das Informationen zugänglich vermittelt, ohne dass die journalistische Qualität dahinter zurückbleibt. Damit hat er das politische Interesse einer ganzen Generation junger französischsprachiger Menschen neu geweckt.

Die deutsch-französische Jury, die sich aus Persönlichkeiten aus Kultur und Medien beider Länder zusammensetzt, hat sich dafür entschieden, Reportagen und Artikel auszuzeichnen, die wichtige aktuelle und gesellschaftlich sensible Fragen beleuchten.