PreisträgerInnen

2026

Kategorie

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

Prof. Dr. Joachim Nagel und François Villeroy de Galhau

Der Deutsch-Französische Journalisten- und Medienpreis (DFJP) verleiht den Großen Deutsch-Französischen Medienpreis 2026 an Prof. Dr. Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, und François Villeroy de Galhau, ehem. Gouverneur der Banque de France, in Würdigung ihres herausragenden Wirkens für die europäische Integration, die deutsch-französische Freundschaft und eine stabile europäische Währung. Als enge Weggefährten im Rat der Europäischen Zentralbank haben sie in turbulenten Zeiten Orientierung gegeben, Vertrauen gestiftet und gemeinsam gehandelt. Sie stehen damit für den Geist der deutsch-französischen Beziehungen, der eine gemeinsame europäische Zukunft ermöglicht.

Kategorie

Newsformate

Julia Borutta

Frankreich – Wie rechte Meinungsmacher den Diskurs verschieben

Der Audiobeitrag wirft einen Blick hinter die Kulissen reaktionärer und populistischer Kräfte in Frankreich und zeigt, wie „Meinungsverschiebung“ funktioniert. Einflussreiche Milliardäre wie Vincent Bolloré oder Pierre-Edouard Stérin nutzen ihre Macht, um den öffentlichen Diskurs zu verschieben und rechtsextreme Themen salonfähig zu machen. Gerade mit Blick auf die kommenden Wahlen in Frankreich wird deutlich, wie entscheidend diese gezielte Verschiebung des öffentlichen Diskurses für die politische Zukunft Frankreichs sein wird. Julia Borutta ist Leiterin des ARD-Hörfunk-Studios in Paris und Außenkorrespondentin des WDR. Über die Ländergrenzen hinweg bewegt sie sich für ihre Rechercheprojekte in der Frankophonie.

Kategorie

Dokumentation

Aliénor Carrière

Trouver Sergueï

In einer gefühlvollen und emotionalen Reportage reflektiert die Autorin ihre eigene Geschichte und die Beziehung zu ihrem Ziehbruder Serguei, von dem sie 20 Jahre zuvor getrennt worden war. Im Herzen sieht sie ihn als Bruder, auch wenn das Wiedersehen zu einer Zerreißprobe für ihre Gefühlswelt wird. Die Zeit und der Krieg haben ihre Spuren hinterlassen und die beiden voneinander entfremdet. Ihre persönliche Erfahrung und die Auseinandersetzung mit ihrer Rolle als Journalistin machen den Artikel zu einem wichtigen Beitrag, der die Folgen des Krieges anhand einzelner Schicksale deutlich macht. Aliénor Carrière ist freie Journalistin und Filmemacherin mit Schwerpunkt auf geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt.

Kategorie

Investigation

Das Recherche-Team von NDR / WDR / SZ geheimsam mit: Le Monde (France), L’Espresso (Italy), ICIJ (USA), Kyodo (Japan), NRK (Norway), Pointer (Netherlands), SVT (Sweden), The Times (United Kingdom), Washington Post (USA)

Russian Secrets – So schützt Putin seine Atomwaffen mit europäischer Technik

Der herausragend recherchierte Beitrag zeigt eindrücklich, welche Strategien Russland entwickelt hat, um seine Atomwaffen in der Barentssee zu schützen. Im Zuge der Recherche erbringen die Reporter Belege dafür, wie deutsche Technik über Umwege für russische Interessen eingesetzt wird, und schaffen damit einen Einblick in Welten, die für die meisten Menschen verborgen bleiben würden. Der ruhige Ton und die sachliche Auseinandersetzung mit nachvollziehbaren Belegen machen die Produktion zu einem wichtigen Beitrag in Bezug auf die aktuellen Herausforderungen in der deutschen und europäischen Russlandpolitik.

Kategorie

Wissenschaft

Christoph Peters

Leben auf Plastik – Per Anhalter durchs Meer

In einer fesselnden Reportage zeigen Biologen eindrücklich, wie mikrobielles Leben auf Plastik entsteht: die sogenannte Plastisphäre. Dabei behält der Film stets einen unaufgeregten Ton und klärt über die Folgen der Entsorgung von Plastik in der Umwelt auf, ohne Panik zu schüren. Das und die starke Gestaltung in Bild und Ton machen die wissenschaftliche Dokumentation zu einem wichtigen Beitrag zur Aufklärung über Umweltthemen. Dr. Christoph Peters ist ein deutscher Dokumentarfilmer und Journalist, der für ARTE, ARD, ZDF und MDR engagierte Filme zu Wissenschaft, Geopolitik, Umwelt und kollektivem Gedächtnis produziert.

Kategorie

Jeunes Talents

Erik Hlacer

Braunes Pflaster

In einer humorvollen, satirischen Art zeichnet Erik Hlacer ein Bild der Lage im südfranzösischen Béziers, wo Lokalpolitiker unter dem Deckmantel von „Ordnung und Sauberkeit“ rechtlich fragwürdige Lösungen für das Hundekotproblem der Stadt durchsetzen. DNA-Proben, eine Datenbank und mehr Überwachung sind nur ein Auszug des populistischen Denkens, in dem der Zweck die Mittel heiligt und der Rechtsstaat zunehmend auf der Strecke bleibt. Erik Hlacer ist Journalist und arbeitet unter anderem für die FAZ, den WDR und die Zeit. Seine Texte geben dem eine Stimme, was im öffentlichen Diskurs zu oft unsichtbar gemacht wird.

Kategorie

Spezialpreis

Hugo Travers

HugoDécrypte – Actus du jour

Mit „HugoDécrypte“ hat Hugo Travers ein Nachrichtenformat geschaffen, das politische und aktuelle Themen für ein breites Publikum zugänglich macht. Seine Inhalte greifen sowohl nationale als auch internationale Themen auf und übersetzen komplexe Entwicklungen in kompakte Sprache. Dabei gewinnt er die Aufmerksamkeit einer ganzen Generation junger Menschen in Frankreich, die immer mehr auf klassische Nachrichtenangebote verzichten und sich über die sozialen Medien informieren. So ist Hugo Travers nicht nur ein Content Creator, sein Engagement leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Demokratie in Frankreich und der frankophonen Welt.

Jurymitglieder

Sébastien Baer

Radio France

Patricia Brever

Saarländischer Rundfunk

Franck Buchy

Dernières Nouvelles d’Alsace (DNA)

Dr. Anna Carthaus

ZEIT online

Gwenaëlle Deboutte

PV Magazine Group

Martin Ehrmann

ARTE/ZDF

Laurent Genvo

Radio Accent 4

Pierre Girard

freier Journalist / Journaliste indépendant

Christel Haas

ZDF

Christoph Heinemann

Deutschlandradio

Virginie Herz

France 24

Frank Hofmann

Deutsche Welle

Hélène Kohl

freie Journalistin / Journaliste indépendante

Dr. Eva Sabine Kuntz

Deutschlandradio

Dagny Lüdemann

ZEIT online

Michele Manca

DFJW/OFAJ

Bärbel Moser

France Médias Monde

Prof. Jürgen Ritte

freier Journalist / Journaliste indépendant

Tara Schlegel

Radio France

Nele Schmidt

Deutsche Welle

Patrick Schulze-Heil

ARTE

Oliver Schwambach

Saarbrücker Zeitung

Romy Straßenburg

freie Journalistin / Journaliste indépendante

Dr. Udo Thelen

Deutsch-Französiche Hochschule / Université Franco-Allemande

Kay Wagner

Belgischer Rundfunk

Niels Waibel

Südwestrundfunk

Thomas Wieder

Le Monde

Patrick Wiermer

Saarländischer Rundfunk

Alexander Wolkers

ARTE G.E.I.E

Univ.-Prof. Dipl.-Chem. Holger Wormer

TU Dortmund

Die PreisträgerInnen

2025

Kategorie

Großer deutsch-französischer Medienpreis

© Zoé Joubert/DFJP

Zaho de Sagazan

Zaho de Sagazan

Die junge Sängerin aus St. Nazaire begeistert das Publikum auf beiden Seiten des Rheins durch ihre ungewöhnlichen Chanson-Elektro-Verbindungen. Zugleich sucht sie in ihrer Kunst immer wieder die Brücke zu Deutschland: Inspiriert durch Kraftwerk, geprägt von der Berliner Szene und deutschen Künstlerinnen und Künstlern, gehört der Antikriegssong „99 Luftballons“ von Nena, den Zaho de Sagazan auf Deutsch singt, zu ihrem ständigen Konzertrepertoire. Der Song aus den 80ern ist auch Ausdruck ihrer Liebe zur deutschen Sprache und zu dem Nachbarland, in dem sie als Austauschschülerin war.

Die Künstlerin, die aus ihrer Haltung gegen jedwede Art von Diskriminierung und politischem Extremismus keinen Hehl macht, füllt inzwischen weltweit große Hallen. Sie setzt sich für den Zusammenhalt unserer Gesellschaften ein und setzt damit ein wichtiges Zeichen für mehr Solidarität zwischen den Menschen ihrer Generation.

Die junge französische Sängerin Zaho de Sagazan wird 2025 mit dem Großen Deutsch-Französischen Medienpreis geehrt. Ihre Auftritte bei der Schlussfeier der Olympischen Spiele in Paris und der Eröffnungsfeier der Filmfestspiele in Cannes 2024 bleiben unvergessen.

Kategorie

Newsformate

Thibaut Madelin

Thibaut Madelin

In einer eindringlichen Reportage untersucht Thibaut Madelin das wechselvolle Schicksal des Volkswagenwerks in Zwickau, Sachsen. Als industrielles Aushängeschild der ehemaligen DDR hatte dieser Standort die Umstellung auf Elektroantriebe in 2019 gemeistert und war zu einem Symbol für den industriellen Aufschwung Deutschlands geworden. Angesichts der Energiekrise, der Rezession und der chinesischen Konkurrenz beschließt der Automobilriese jedoch, einen Teil seiner Produktion in den Westen zu verlagern, was die gesamte Region schwächt.

Anhand von Erfahrungsberichten und Analysen zeichnet der Autor ein differenziertes Bild der enttäuschten Hoffnungen auf die Aufholjagd des Ostens, 35 Jahre nach der Wiedervereinigung.

Thibaut Madelin ist Reporter bei Les Echos und auf die europäische Wirtschaft spezialisiert.

Kategorie

Dokumentation

Tetiana Pryimachuk & Philippe Lagnier

Tetiana Pryimachuk & Philippe Lagnier

In ihrem Dokumentarfilm Ukraine, l’enfance volée geben Tetiana Pryimachuk und Philippe Lagnier den jüngsten Opfern eines andauernden Krieges eine Stimme: den ukrainischen Kindern. Abseits der Bilder von Raketen und Schützengräben zeigt der Film die unsichtbaren Wunden des Konflikts – Trauma, Trauer, Angst. Durch erschütternde Zeugnisse vertriebener, verletzter oder verwaister Kinder und der Erwachsenen, die versuchen, ihnen zu helfen, zeichnen die Autor*innen das Porträt einer gebrochenen, aber würdevollen Jugend. Der persönliche Blick von Tetiana Pryimachuk, selbst Ukrainerin und Mutter, verleiht dieser Dokumentation eine seltene emotionale Kraft und Authentizität. Ein eindringliches Zeugnis über eine durch den Krieg geopferte Kindheit.

Tetiana Pryimachuk ist Journalistin und stammt aus der Ukraine, wo ihre Familie noch heute lebt. Philippe Lagnier ist Reporter bei France Télévisions.

Kategorie

Investigation

Isabel Ströh & Isabell Beer

Isabel Ströh & Isabell Beer

Was verbirgt sich hinter einem simplen Einladungslink zu einer Telegram-Gruppe? In ihrer Dokumentation für STRG_F decken Isabell Beer und Isabel Ströh ein internationales Netzwerk von Vergewaltigern auf, die sich darüber austauschen, wie sie ihre Opfer betäuben, missbrauchen und erniedrigen können. Über ein Jahr lang infiltrierten die beiden Journalistinnen diese Gruppen, identifizierten mutmaßliche Täter und machten Straftaten sichtbar, die selbst den Ermittlungsbehörden bis dato unbekannt waren. Ihre gründliche und mutige Recherche konfrontiert Justiz und Politik mit einer verstörenden Realität und wirft grundlegende Fragen zur digitalen Aufklärung und Verantwortung auf. Der Deutsch-Französische Journalistenpreis 2025 in der Kategorie Investigation würdigt eine essenzielle Recherche über sexualisierte Gewalt im Netz.

Isabell Beer und Isabel Ströh sind Investigativjournalistinnen bei STRG_F (NDR/funk). Ihre Recherchen konzentrieren sich auf sexualisierte Gewalt, Cyberkriminalität und verdeckte Ermittlungen.

Kategorie

Jeunes Talents

Luna-Shirin Ragheb

Luna-Shirin Ragheb

Im Audiobeitrag Worte sind die erste Waffe – wie eine Anwältin zur Feministin wurde zeichnet Luna-Shirin Ragheb ein eindrucksvolles Porträt der Anwältin Negar Haeri. Anhand ihres Engagements im Prozess um den Femizid an der 15-jährigen Shaïna Hansye beleuchtet die Autorin die Mechanismen einer Justiz, die gegenüber geschlechtsspezifischer Gewalt oft blind bleibt. Mit einer intimen, sensiblen und zugleich präzisen Erzählweise offenbart diese Reportage die Schwächen eines Systems und erzählt zugleich die Geschichte einer Frau, die zwischen zwei Kulturen aufgewachsen ist und ihren Weg mit Entschlossenheit geht. Eine kraftvolle Erzählung, die zeigt, welche Tiefe journalistisches Audio auch im Zeitalter flüchtiger Inhalte entfalten kann.

Luna-Shirin Ragheb ist eine junge Journalistin, die sich für gesellschaftliche Erzählungen, feministische Themen und ungehörte Stimmen einsetzt.

Kategorie

Spezialpreis „Alfred Grosser“

Karambolage

Karambolage

Seit zwanzig Jahren entschlüsselt die ARTE-Sendung Karambolage mit Humor und Kreativität kulturelle und sprachliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Frankreich und Deutschland.

Mit neugierigem Blick und einem journalistischen Stil, der Animation und Erzählung verbindet, beleuchtet sie jede Woche das Alltagsleben, Traditionen, Redewendungen oder historische Bezüge und offenbart dabei die feinen Nuancen beider Kulturen diesseits und jenseits des Rheins.

Dank eines zugleich lehrreichen, manchmal schelmischen und stets wohlwollenden Tons beleuchtet Karambolage die Feinheiten beider Kulturen und bringt so Europa den Zuschauern ein Stück näher.

Karambolage verkörpert den Geist des deutsch-französischen und darüber hinaus europäischen Dialogs und würdigt damit das intellektuelle Erbe von Alfred Grosser.

Für ihr vorbildliches Werk der kulturellen Vermittlung wird Karambolage mit dem Spezialpreis „Alfred Grosser“ ausgezeichnet.

Die Jurymitglieder

Die PreisträgerInnen 2024

Kategorie

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

WIM WENDERS

Wim Wenders

Der in Deutschland geborene Regisseur Wim Wenders zählt mit seinem umfangreichen und vielfältigen Werk zu einer der einflussreichsten Stimmen des internationalen Kinos. Der Roadmovie „Paris, Texas“ etwa wurde vor vierzig Jahren mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ wiederum stellt die Arbeit des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado in den Mittelpunkt und spannt eindrucksvoll den Bogen von der Verwüstung der Erde durch den Menschen zu der Schönheit unseres Planeten. Zehn Jahre nach seiner Veröffentlichung hat der Film nichts an Aktualität und Eindringlichkeit eingebüßt und konfrontiert uns mit der Frage nach dem Umgang mit unserer Welt und danach, wie viel Zeit die Menschheit noch hat, sich dem Erhalt statt der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen zu widmen. Auch in seinem neuesten Film „Perfect Days“ zeigt Wim Wenders seine Fähigkeit, Hoffnungen und Ängste der Menschen in einer einzigartigen Bildsprache einzufangen. Die künstlerische Vielseitigkeit von Wim Wenders und die anhaltende Relevanz seiner Themen machen ihn zu einer Ikone des zeitgenössischen Kinos. Seine Werke berühren und begeistern sowohl ein internationales Publikum als auch die Filmwelt mit ihrer inspirierenden Kraft und schlagen Brücken zwischen Kulturen und Menschen.

Der renommierte Regisseur Wim Wenders wird mit dem Großen Deutsch-Französischen Medienpreis 2024 ausgezeichnet. Seit Jahrzehnten prägen seine außergewöhnlichen filmischen Werke die europäische Filmkultur und stellen das genuin Menschliche sowie gesellschaftliche Fragen in den Vordergrund.

Kategorie

Newsformate

Matthias Krupa

Matthias Krupa

„Es ist jetzt eine andere Angst“

Die ZEIT

In „Es ist jetzt eine andere Angst“ zeichnet Matthias Krupa ein außergewöhnliches Doppelporträt von Beate und Serge Klarsfeld. Es spiegelt die aktuellen Sorgen und Ängste der in Frankreich lebenden Jüdinnen und Juden und enthüllt die Normalisierungsstrategie der rechtsextremen Partei von Marine Le Pen. Der Sinneswandel der einstigen „Nazijäger“ steht beispielhaft für die veränderte Wahrnehmung des Rassemblement National in der französischen Gesellschaft.
Durch das Gespräch mit dem Ehepaar Klarsfeld gelingt es Krupa, das Große im Kleinen zu erzählen und dabei dahin zu gehen, wo es weh tut: Helden unbequeme Fragen zu stellen. Durch seinen zurückgenommenen, nuancierten und präzisen Stil entsteht ein neues, differenziertes Bild der Klarsfelds. Der Text lässt dennoch Raum für ein eigenes Urteil und hallt noch lange nach.

Seit 2021 ist Matthias Krupa Korrespondent der ZEIT in Frankreich. Regelmäßig schreibt er über Frankreich und setzt die Ereignisse des Landes in einen europäischen Kontext. Seit zwanzig Jahren ist er in verschiedensten europäischen Ländern tätig und konzentriert sich dabei vor allem auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen.

Kategorie

Dokumentation

© Vera Tammen

Tanja Stelzer

Tanja Stelzer

„Ich muss noch etwas sagen“

Die ZEIT

Die Begegnung, die Tanja Stelzer in ihrem Artikel „Ich muss noch etwas sagen“ schildert, ergreift einen sofort. 80 Jahre nachdem die Französische Résistance in dem kleinen Ort Meymac im Südwesten Frankreichs eine Gruppe deutscher Soldaten erschossen hat, treffen sich die Enkelin eines der Hingerichteten und der letzte überlebende Widerstandskämpfer, der damals dabei war. Sie sucht Antworten darauf, was damals mit ihrem Großvater in Frankreich geschehen ist. Er will zum Ende seines Lebens Zeugnis darüber ablegen, was er als 17-Jähriger mit eigenen Augen sah.
Diese Reportage hat den Mut, das dunkle Erbe des Zweiten Weltkriegs aus einer selten betrachteten Perspektive zu erzählen und dabei die Graustufen zwischen Gut und Böse sensibel aufzuzeigen. Entstanden ist ein detaillierter und dramaturgisch mitreißender Text, der die Ereignisse der Geschichte wie einen Film vor den Augen der Leserinnen und Leser ablaufen lässt. Aus dem Wagnis, sich dieser Begegnung zu stellen, entsteht am Ende ein Moment der Versöhnung: zwischen der Deutschen und dem Franzosen; dem Widerstandskämpfer und seiner Vergangenheit; und der Enkelin und dem nie gekannten Großvater.

Die Journalistin und Autorin Tanja Stelzer schreibt seit 2006 für die ZEIT und ist seit 2022 Teil der Chefredaktion. In ihrer journalistischen Arbeit setzt sie sich vor allem mit gesellschaftlichen Themen auseinander und wurde dafür schon mehrfach ausgezeichnet.

Kategorie

Investigation

Mohamed Anwar, Marcus Bensmann, Anette Dowideit, Gabriela Keller, Jean Peters & Justus von Daniels

Mohamed Anwar, Marcus Bensmann, Anette Dowideit, Gabriela Keller, Jean Peters & Justus von Daniels

„Geheimplan gegen Deutschland“

Correctiv

Der Correctiv-Recherche ist es gelungen, mit klassisch-investigativem Journalismus tief in geschlossene rechte Netzwerke einzudringen. Die teils durch Undercover-Methoden zusammengetragenen Fakten, Verbindungen, Informationen zeigen, wie Rechtsextreme über Grenzen hinweg die Gesellschaft verändern wollen. Die nüchterne Darstellung verstärkt die beklemmende Wirkung des Beitrags.
Wie kaum eine andere journalistische Arbeit der letzten Jahre hat die Correctiv-Recherche europaweit politische Diskussionen ausgelöst und Menschen dazu bewegt, sich gegen Ausländerhass und für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie einzusetzen.

Correctiv ist eine Institution im unabhängigen und investigativen Journalismus. Seit knapp zehn Jahren stoßen die Reporter und Reporterinnen der Redaktionen mit ihren Recherchen regelmäßig öffentliche Debatten an und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer offenen und demokratischen Gesellschaft.

Kategorie

Jeunes Talents

Jade Briend-Guy, Elena Pompei, Malvina Raud

Jade Briend-Guy, Elena Pompei, Malvina Raud

„Grandir en Europe / Growing up in Europe“

ENTR / France Médias Monde

Das ENTR-Projekt „Grandir en Europe“ hat die Jury mit seiner besonderen Erzählung von europäischer Gegenwart und Geschichte überzeugt. Es wirft ein Schlaglicht auf die Auswirkungen von Konflikten auf das Leben von jungen Menschen an unterschiedlichen Orten in Europa: von den religiös-ethnischen Spannungen in Bosnien über wirtschaftliche Ungleichheiten in Gibraltar bis hin zum Krieg in der Ukraine.
Die Serie erzählt eindrucksvoll und intensiv, wie wichtig Frieden und Dialog im Kontext des europäischen Projekts weiterhin sind. Die jungen ProtagonistInnen kommen in dem Format ausführlich und unaufgeregt zu Wort. Der Serie gelingt es, nicht Partei zu ergreifen und sensible Themen nicht auszusparen. Ihre Erzählungen werden mit Hintergrundinformationen ergänzt und bieten Hoffnung auf ein neues Miteinander in Europa. Die Strahlkraft der Serie ist von der Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung geprägt.

ENTR ist ein journalistisches Netzwerk unter Federführung der Deutschen Welle und France Médias Monde mit Medienpartnern aus anderen europäischen Ländern. Durch seine Ausrichtung auf soziale Medien spricht das europäische, mehrsprachige Angebot insbesondere junge Menschen an.

Kategorie

Spezialpreis

Bellingcat

Bellingcat

Seit knapp einem Jahrzehnt ist Bellingcat eine feste Größe in der internationalen Recherche. Das Kollektiv liefert akribisch recherchierte Faktenchecks, insbesondere aus Krisengebieten, in denen eine unabhängige journalistische Arbeit nur unter schwierigsten Bedingungen möglich ist. Ob aus der Ukraine, aus Russland oder aus Gaza: Bellingcat arbeitet minutiös und nachhaltig – auch um zu verhindern, dass die Macht der Bilder für Propaganda missbraucht wird. Sie stehen mit ihren Open-Source-Recherchen auf der Seite der Machtlosen, der von Gewalt Betroffenen und demaskieren die Täter. Diese Recherchen ermöglichen Aufklärung, Gerechtigkeit und Gewissheit für die Opfer. Das Kollektiv erregt mit seinen Recherchen regelmäßig weltweit große Aufmerksamkeit und zwingt sogar Despoten zu einer Reaktion. So wurde Bellingcat aufgrund seiner Enthüllung beispielsweise in Russland als unerwünschte Organisation eingestuft.

Bellingcat ist ein internationales Recherchekollektiv, das aus Rechercheuren, Investigativ- und BürgerjournalistInnen besteht, die zu verschiedensten Themen Open-Source-Recherchen durchführen.

Die PreisträgerInnen 2023

Kategorie

GROSSER DEUTSCH-FRANZÖSISCHER MEDIENPREIS

LEÏLA SLIMANI

Leïla Slimani verdeutlicht in ihren Werken auf sehr beeindruckende Weise, wie die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts das Privatleben und bis heute die Identität vieler Menschen prägt und nach wie vor die Ursache von Konflikten ist. In ihrer aktuellen autobiographisch erzählten Trilogie erzählt sie mit großer Einfühlsamkeit ihre eigene Familiengeschichte, die ihren Ursprung im Elsass während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg hat. In Zeiten von Hass, Intoleranz, Fake News und der dadurch abnehmenden Bereitschaft zum offenen Diskurs sind es vor allem Kunst und Kultur, die uns einen Spiegel vorhalten und so die Chance eröffnen können, das Trennende zu überwinden und wieder aufeinander zuzugehen.

GEORGES-ARTHUR
GOLDSCHMIDT

Georges-Arthur Goldschmidt hat trotz Flucht und Vertreibung zeitlebens seinen Optimismus nicht verloren. Der heute 95-Jährige bleibt als Überlebender und Zeitzeuge des Nationalsozialismus auch für künftige Generationen eine wichtige Stimme und Informationsquelle. Seine Bücher über die ursprünglich jüdische Familie und seinen eigenen Lebensweg sind eine eindrucksvolle Schilderung, wie Gesellschaften sich unter dem Druck des Autoritären verändern und das Böse die Oberhand gewinnt. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller machte sich Goldschmidt auch als Literaturkritiker und Übersetzer einen Namen. Ein Austauschprogramm zur Förderung junger Übersetzerinnen und Übersetzer trägt seit zwei Jahrzehnten seinen Namen.

Kategorie

NEWSFORMATE

NADIA PANTEL

„Wer’s glaubt“

Süddeutsche Zeitung

Nadia Pantels Artikel „Wer’s glaubt“ handelt vom Erfolg rechtsextremer Ideen, einem Thema von absoluter Dringlichkeit. Er wurde nach dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl 2022 veröffentlicht und geht der Frage nach, warum es Marine Le Pen gelingt, für viele wählbar zu werden. Es mangelt nicht an Porträts und Versuchen, sich dem Phänomen Marine Le Pen zu nähern und trotzdem ragt dieser Beitrag heraus. Er überzeugt mit profunder Recherche, präzisen Beobachtungen und einprägsamen Bildern. Nadia Pantel spürt vor Ort der Begeisterung für die Präsidentschaftskandidatin des Rassemblement National nach und verbindet Reportage-Elemente mit einordnenden Aspekten. Ihr gelingt es auch, dem deutschen Publikum den Mechanismus der Entdämonisierung zu vermitteln, wie aus der Tochter des Rechtsextremen Jean-Marie Le Pen die „nett und normal“ wirkende Marine geworden ist.

Nadia Pantel, geboren 1982 in Hamburg, studierte zunächst Neuere und Neueste Geschichte und Germanistik in Freiburg im Breisgau. Nach ihrer journalistischen Ausbildung in Berlin und einem Volontariat bei der Süddeutschen Zeitung war sie bei ebendieser in der Redaktion Außenpolitik, Schwerpunkt Südosteuropa, und anschließend als Frankreich-Korrespondentin tätig.

Kategorie

DOKUMENTATION

ULRIKE BREMER

„Du gehörst mir! – Das Muster der Frauenmorde“ « Tu m’appartiens ! – Racines d’un féminicide »

ARTE / Hessischer Rundfunk

Ulrike Bremers Dokumentation „Du gehörst mir! – Das Muster der Frauenmorde“ rekonstruiert anhand von Augenzeugenberichten, Interviews mit Anwältinnen, Wissenschaftlern, Richtern und Hinterbliebenen Übergriffe und Morde durch Männer. Die Fälle aus Frankreich, Spanien und Deutschland zeigen, wie sehr diese Form von Gewalt über alle europäischen, gesellschaftlichen und kulturellen Grenzen hinaus verbreitet ist.

Außerdem deckt die Reportage Missstände in der Aufklärung und Anerkennung dieser Gewalttaten als strukturelles Problem in weiterhin patriarchalisch geprägten Gesellschaften auf und offenbart dabei feine Unterschiede im Umgang damit in den verschiedenen europäischen Staaten.

Ulrike Bremer schildert in ihrer Dokumentation nicht nur, was jeden Tag irgendwo in Europa geschieht, sondern gibt den Opfern eine Stimme und begibt sich gleichzeitig auf eine Spurensuche nach den Motiven der Täter.

Ulrike Bremer ist als freie Autorin für Dokumentationen und Features für ARTE und ARD in den Bereichen Kultur, Gesellschaft, Politik und Geschichte international tätig. Sie ist außerdem Redakteurin des Kulturmagazins „ttt“ bei der ARD.

Kategorie

INVESTIGATION

PIERE-STÉPHANE FORT

«Quatar2022, un scandale français?»

France 2

Pierre-Stéphane Fort hat die Jury in seiner Reportage „Qatar 2022, un scandale français ?“ mit einer starken investigativen Recherche über die schockierenden Umstände der Fußball- WM in Katar überzeugt. Beleuchtet wird ein Geflecht aus politischen und wirtschaftlichen Interessen, Korruption und französischer Kampfjets und die Beinahe-Pleite von Paris Saint-Germain mit der Vergabe der Fußball-WM an Katar zusammenhingen.

Mit der Undercover-Recherche zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Gastarbeiter ist Fort ein großes persönliches Risiko eingegangen. Der Journalist widerlegt damit die Hochglanz-PR des Emirats, der FIFA und der zahlreichen Unterstützer aus Politik und Wirtschaft – und setzt insbesondere den französischen Fußballverband unter Zugzwang. Was den Film so besonders macht: In mehreren konfrontativen Interviews schafft Pierre-Stéphane Fort außergewöhnliche Fernsehmomente.

Pierre-Stéphane Fort studierte Journalismus an der École Supérieure de Journalisme in Lille und Montpellier. Nach verschiedenen journalistischen Stationen widmet er sich heute als in Paris ansässiger freier Journalist vornehmlich investigativen Themen.

Kategorie

NACHWUCHSPREIS

LEA WEINMANN

„Was geschah am Grenzzaun von Melilla“

Süddeutsche Zeitung

Die Jury zeichnet Lea Weinmann für ihre mutige Entscheidung aus, in dem Artikel „Was geschah am Grenzzaun von Melilla?“ ein furchtbares Ereignis zu beleuchten, das die europäischen Werte zu einer Zeit infrage stellt, in der das tagesaktuelle Hauptaugenmerk vor allem auf dem Krieg Russlands gegen die Ukraine li egt.

Ihre Rekonstruktion dieses bestimmten Tages am Grenzzaun von Melilla schildert den Leserinnen und Lesern die dramatischen Vorkommnisse, die sich vor dem Hintergrund einer fehlenden europäischen humanen Migrationspolitik abspielen. Die Reportage warnt uns vor dem, was zu erwarten ist, wenn keine geeigneten Antworten auf die globalen Fragen nach Sicherheit, sozialer Gerechtigkeit und die Klimakrise gefunden werden.

Im Jahr 1997 geboren, führte Lea Weinmanns Berufsweg sie nach ihrem Abschluss an der Hochschule der Medien über verschiedene Praktika und Hospitanzen, u.a. bei SWR1 und dem Handelsblatt, in ihre heutige Tätigkeit als Redakteurin bei der Süddeutschen Zeitung im Ressort Investigative Recherche.

Kategorie

SPEZIALPREIS

JENS STROHSCHNIEDER

„ZDFzoom: Weinen werden wir später – Junge Ukrainer und der Krieg“

ZDF

Die Jury zeichnet Jens Strohschnieder für sein außergewöhnliches Portrait der vom Krieg betroffenen ukrainischen Jugend aus. Der von ihm gezeigte intime Einblick hält dem Publikum einen Spiegel vor, der es dazu bringt, sich mit jeder dieser Erzählungen über ein vom Krieg erschüttertes Leben zu identifizieren.

Der Autor präsentiert uns keine Helden, sondern er zeigt junge, resiliente Ukrainerinnen und Ukrainer, die entschlossen sind, ihren Lebensstil im Namen der Freiheit beizubehalten. Die von diesen jungen Persönlichkeiten ausgestrahlte Hoffnung und Lebenskraft sind höchst inspirierend. Ihr Schicksal ruft uns außerdem die Zerbrechlichkeit unserer eigenen Demokratien in Erinnerung.

Jens Strohschnieder widmet sich seit 2003 mit großer Leidenschaft Reportagen und Dokumentationen. Über 160 längere Filme produzierte er als Autor und Regisseur, unter anderem für das ZDF, die ARD und ARTE. Neben seiner Tätigkeit als Filmemacher ist er zudem als Musiker, Komponist und Buchautor aktiv.

PreisträgerInnen

Wir gratulieren den Preisträgern und bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen für ihre wertvollen Beiträge und ihr Engagement.

PreisträgerInnen

Wir gratulieren den Preisträgern und bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen für ihre wertvollen Beiträge und ihr Engagement.

Kategorie

GROSSER DEUTSCH-FRANZÖSISCHER MEDIENPREIS

ANSELM KIEFER

Anselm Kiefer gehört weltweit zu den wichtigsten Künstlern der Gegenwart. Von seinen ersten Bildern 1969 über seinen Auftritt bei der Kunst-Biennale in Venedig 1980 bis hin zu seiner jüngsten Ausstellung im Grand Palais Éphémère beeindruckt Kiefer immer wieder aufs Neue durch seine Vielseitigkeit und seine künstlerische Auseinandersetzung mit Geschichte, Religion, Philosophie und den großen Mythen der Menschheit.

BÉNÉDICTE SAVOY

Bénédicte Savoy gehört international zu den renommiertesten Kunsthistorikerinnen. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron beauftragte sie und den senegalesischen Wissenschaftler Felwine Sarr im Jahr 2018 mit einem Forschungsbericht zur Herkunft von Kunstschätzen aus den ehemaligen Kolonien und zum Umgang mit diesen. Darüber hinaus hat Bénédicte Savoy diese Debatte in Deutschland wesentlich mitgeprägt.

Kategorie

NEWSFORMATE

MICHAELA WIEGEL

„Endstation Calais“

F.A.Z.

In ihrem Artikel beleuchtet Michaela Wiegel anhand einer Reihe von Zeugenaussagen und Begegnungen den prekären Alltag Geflüchteter in der französischen Stadt Calais sowie einige Aspekte des Umgangs mit der sogenannten Flüchtlingskrise vor Ort. Viele ihrer Gesprächspartner stammen aus Afrika und möchten nach Großbritannien gelangen.

Nach ihrem Abschluss am Institut d’Etudes Politiques de Paris („Sciences Po“), einem Aufenthalt in Harvard und an der Kennedy School of Government, wo sie einen Master in Public Administration absolvierte, wurde Michaela Wiegel 1998 Redakteurin und Frankreichkorrespondentin in Paris für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Kategorie

DOKUMENTATION

HARRIET KLOSS & MARKUS THÖSS

„RE: Das Attentat von Nizza – Leben nach dem Terroranschlag“

ZDF/ARTE

Ein Dokumentarfilm über die Gefühle der Menschen, die direkt und indirekt vom Anschlag in Nizza im Jahr 2016 betroffen waren. Die Langzeitbeobachtung einer deutschen Schulklasse, die zum Zeitpunkt des Attentats auf Klassenfahrt in Südfrankreich war, macht die unumkehrbaren, gravierenden Auswirkungen der Traumata auf die Betroffenen und ihr familiäres Umfeld sehr deutlich.

Harriet Kloss, geboren 1963 in Berlin, machte eine Ausbildung zur Fotografin und arbeitete zunächst als Kameraassistentin, danach als Regieassistentin und freischaffende Filmemacherin in Berlin. Markus Thöß, geboren 1967 in Berlin, ist Autor, Regisseur, Kameramann und Cutter. Seit 1996 produziert er seine eigenen Dokumentarfilme.

Kategorie

INVESTIGATION

CLAIRE TESSON

«Déchets, la grande illusion»

FRANCE TÉLÉVISIONS

In der Reportage “Déchets, la grande illusion” enthüllt Tesson mit dem Team von Cash Investigation die Recycling-Lügen der Müllindustrie in Frankreich sowie der vermeintlich nachhaltigen Biogas-Produktion in Frankreich und Deutschland.

Claire Tesson ist freie Journalistin und Filmemacherin. Nachdem sie für Magazin- und kürzere Formate gearbeitet hat, dreht sie seit fünf Jahren längere Dokumentarfilme für France 5 und France 2. Ihr besonderes Interesse gilt den Themenbereichen Polizei und Justiz sowie sozialen Problemen.

Kategorie

NACHWUCHSPREIS

JANIS GEBHARDT

„Europa, was los“

BUNDESKUNSTHALLE

Der Podcast „Europa, was los”, für den sowohl Expertinnen und Experten als auch Jugendliche interviewt werden, spiegelt die Sicht junger Europäerinnen und Europäer wider, die aufgrund der aktuellen Krisen und Herausforderungen der Zukunft mit Skepsis begegnen, jedoch zur aktiven Mitgestaltung motiviert sind. Der Podcast stellt sich den aktuellen Fragen und betont, dass die Lösung vieler Probleme nur durch grenzüberschreitende, internationale Zusammenarbeit möglich sein wird.

Janis Gebhardt hat Germanistik, Philosophie und Literaturwissenschaften in Frankfurt am Main, Berlin und Cambridge studiert. Ab 2017 arbeitete er bei verschiedenen Strategieberatungen mit einem Fokus auf Digitalisierung, Medien und Formatentwicklung.

Kategorie

SPEZIALPREIS

MEDUZA

MEDUZA ist eine zweisprachige Internetzeitung mit Sitz in Riga. Das Portal wurde 2014 als Exilmedium gegründet und berichtet in russischer und englischer Sprache. Ziel ist es, in der aktuellen Situation, den Userinnen und Usern verifizierte Fakten sowohl über die Lage an der Kriegsfront als auch über die Entwicklungen innerhalb der russischen Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Das Portal hat weit mehr als 10 Millionen Besucherinnen und Besucher pro Monat.

Preisträger 2021

Kategorie Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

Matthias Maurer & Thomas Pesquet

stellvertretend für die Europäische Weltraumorganisation ESA

ESA


Matthias Maurer & Thomas Pesquet

Der Große Deutsch-Französische Medienpreis 2021 geht an die Europäische Weltraumorganisation ESA und die beiden befreundeten
Astronauten Thomas Pesquet und Matthias Maurer. Auf diese Weise soll ein Zeichen für die internationale Zusammenarbeit und die Bedeutung von Wissenschaft für den gesellschaftlichen Dialog gesetzt werden. Mit dem Blick aus dem Weltall können sich Thomas Pesquet
und Matthias Maurer ein unmittelbares Bild vom Zustand der Erde machen. Durch ihr Expertenwissen, ihre Interviews und zahlreichen
Beiträge in den Medien tragen sie außerdem ganz wesentlich dazu bei, vielen Menschen das Verständnis für wissenschaftliche Zusammenhänge näher zu bringen. Die ESA ist ein europäisches Vorzeigeprojekt und die aktuelle Mission steht in besonderer Weise für die
deutsch-französische Zusammenarbeit.

Kategorie Video

Alain de Halleux

 Corona: Sand im Weltgetriebe

ARTE/RTBF

(© Alain de Halleux)

Dieser Dokumentarfilm zeigt auf beeindruckende Weise die globalen Auswirkungen des Coronavirus. Ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie
zieht Alain de Halleux Bilanz – und die fällt nicht gut aus. ExpertInnen sowie ProtagonistInnen aus der ganzen Welt kommen zu Wort, es entsteht ein ebenso klares wie verheerendes Bild. Das Coronavirus erhält in seiner Reportage eine Stimme und blickt auf unsere Welt mit all ihren Komplexitäten, Verwerfungen und Missständen eines auf Maximierung ausgelegten globalisierten Wirtschaftssystems. Nach seinem Diplomstudium in Chemie zog es Alain de Halleux in die Filmbranche, er studierte in Brüssel Filmregie. Neben Werbefilmen und Videoclips konzentriert sich der Produzent und Drehbuchautor insbesondere auf Dokumentarfilme zu den Themen Umwelt, Soziales, Wirtschaft und Politik.

Kategorie Audio

Katrin Aue, Carolin Dylla

Europas Corona-Grenzen: Ein Feature über Abschottung, Misstrauen und Solidarität

Saarländischer Rundfunk

(© Katrin Aue)

© Carolin Dylla

Mit Beginn der Corona-Krise wurden längst überwunden geglaubte Grenzen wieder sichtbar. In der Großregion Frankreich, Luxemburg und
Saarland haben die Menschen zwischen Mitte März und Mitte Mai 2020 eine starke Veränderung durchlebt: Was passierte da, im längst alltäglich gelebten „grenzenlosen Europa“? In ihrem Feature haben Katrin Aue und Carolin Dylla die konkreten Auswirkungen der verschärften Grenzkontrollen auf das Leben der Menschen dargestellt, nach den politischen und gesellschaftlichen Folgen gefragt – und nach den Folgen für Europa.
Die gebürtige Ostfriesin Katrin Aue studierte Ethnologie. Sie absolvierte ein Volontariat beim RBB und war dann als Reporterin bei den politischen Magazinen des RBB-Fernsehens tätig. Es folgte ein Wechsel ins Recherche-Team der Nachrichtenagentur dapd. Seit 2014 arbeitet sie als Moderatorin, Redakteurin und Reporterin beim Saarländischen Rundfunk.
Carolin Dylla hat Internationale und Europäische Governance in Münster und Lille studiert. Nach einem sechsmonatigen Praktikum bei
der Heinrich-Böll-Stiftung in Beirut arbeitet sie seit 2015 beim Saarländischen Rundfunk. Sie ist als Reporterin und Redakteurin in der
crossmedialen Politik-Redaktion des SR tätig.

Kategorie Textbeitrag

Eva Schläfer

 Der französische Patient

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

 

(© Eva Schläfer)

Eva Schläfer erzählt auf originelle Art und Weise eine Geschichte der europäischen Solidarität während der Corona-Pandemie: Im Frühjahr
2020 erlebt ein Elsässer, wie es ist, weit von Zuhause entfernt geheilt zu werden. Denn als er aufgrund einer Covid-19-Erkrankung
im künstlichen Koma liegt, werden im Krankenhaus in Colmar die Betten knapp und er wird nach Lübeck in Deutschland verlegt.
Mitfühlend und sehr detailliert schildert die Autorin das Schicksal des Franzosen und die Zusammenarbeit zwischen deutschen und
französischen PflegerInnen.
Nach ihrem Journalistikstudium war Eva Schläfer als Freelancerin im Presse- und PR-Bereich tätig. Es folgte die jahrelange Arbeit in der
Unternehmenskommunikation. Seit 2017 arbeitet sie als freie Journalistin mit einem Schwerpunkt für medizinische Sachthemen, unter
anderem für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Kategorie Multimedia

Kseniya Halubovich

Belarus: Tagebuch einer Revolution

ARTE

© Kseniya Halubovich

Seit der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Alexander Lukaschenko erlebt Belarus eine Welle von Protesten. Tausende Demonstranten gehen jede Woche auf die Straße, um eine Neuwahl zu fordern. Machthaber Lukaschenko, der sich seit 26 Jahren an die Macht klammert, droht ihnen mit Vergeltung. Seit August 2020 berichtet Korrespondentin Kseniya Halubovich in einem Videoblog direkt aus Minsk. Dort, wo praktisch keine Pressefreiheit herrscht, begleitet sie tagesaktuell die Protestierenden und dokumentiert deren Aktionen, Ängste und Ambitionen in kurzen Interviews. Mit ihrer mutigen Arbeit gibt sie Einblicke in ein Land, dessen Ringen um Freiheit und Demokratie ganz Europa in Atmen hält.
Kseniya Halubovich studierte an der belarussischen Akademie der Künste. Sie begann als Freelancerin für belarussische Medien zu arbeiten. Anfang 2020 berichtete sie als Journalistin des Oppositionssenders Belsat über die Corona-Pandemie. Nach den belarussischen Präsidentschaftswahlen im August 2020 begann die Fotoreporterin, die Demonstrationen gegen das Regime von Machthaber Lukaschenko mitzuverfolgen.

Kategorie Nachwuchspreis

Adrien Candau & Julien Duez

Schaffer d’Etat

So Foot

(© Adrien Candau)

© Julien Duez

Die Autoren greifen in ihrem Artikel eine Thematik auf, die in Deutschland und Frankreich noch wenig bekannt ist: den Lebensweg des
israelischen Fußballtrainers Emanuel Schaffer. Hierbei wird das Leben und Werk eines Mannes portraitiert, für den die deutsch-israelische Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg in erster Linie eine Angelegenheit des Fußballs war. Adrien Candau und Julien Duez zeigen, dass auch Sport Weltgeschichte schreiben kann und beleuchten eine andere Seite des Fußballs. Entstanden ist dabei ein spannender und zielgruppengerecht
aufbereiteter Artikel.
Adrien Candau studierte am Institut Français de Presse und arbeitet seit 2016 als Journalist für das französische Fußballmagazin So Foot.
Julien Duez absolvierte in Paris einen Master in deutsch-französischem Journalismus. Seit 2017 ist er als Freelancer für verschiedene Printmedien tätig, unter anderem für So Foot.

Preisträger 2020

Kategorie Video

Robert Bongen, Julian Feldmann und Fabienne Hurst

 Das ungesühnte SS-Massaker: Ein französisches Dorf kämpft um Gerechtigkeit

ARTE/NDR

(© Jan Littelmann)

In Ascq, einem Dorf im Norden Frankreichs, ermordeten in der Nacht vom 1. zum 2. April 1944 SS-Soldaten 86 Zivilisten. Bis heute können
die Einwohner das grausame Massaker nicht vergessen. Denn einer der Täter, Karl Münter, wurde zwar von einem französischen Militärgericht zum Tode verurteilt, aber von der Bundesrepublik nie ausgeliefert und lebte unbehelligt in Hildesheim. Anlässlich des 75. Gedenktages des Massakers sprach das dreiköpfige Journalisten-Team des NDR mit Karl Münter und begleitet einen Lokalreporter zu den Angehörigen der Opfer nach Frankreich. Gemeinsam versuchen
sie, Antworten auf die Frage zu finden: Kann es nach all den Jahren noch Gerechtigkeit geben?

Kategorie Audio

Leslie Benzaquen

L’affaire des 450 tableaux

Apple Podcasts/Spotify/Deezer/Acast

(© Privat)

Von einem Tag auf den anderen erfährt Francine Kahn, dass sie Erbin einer Sammlung von 450 Gemälden ist. Damals unrechtmäßig vom Vichy-Regime verkauft, waren die Kunstwerke ihres Onkels Armand Dorville über 70 Jahre lang verschwunden. Mit Hilfe einer Kunsthistorikerin und zwei Ahnenforschern begibt sie sich  auf eine lange Spurensuche und kämpft um die Restitution der Gemälde. Drei davon erhält sie schließlich im Januar 2020 von der Bundesregierung zurück, doch noch immer ist ein Großteil der Sammlung unauffindbar.

Kategorie Textbeitrag

Elisa-Madeleine Glöckner, Veronika Lintner, Jonas Voss & Julian Würzer

 Europa 2019. Eine Reise

Augsburger Allgemeine

(© Thomas Obermeier)

Im Vorfeld der Europawahl haben sich vier VolontärInnen auf eine Entdeckungsreise durch mehrere EU-Länder begeben. Bei persönlichen Gesprächen und  Ortsbesichtigungen informieren die angehenden JournalistInnen über unterschiedliche Aspekte der EU; sie zeigen ihre Errungenschaften und Werte, aber auch
aktuelle Schwierigkeiten auf. Klischees werden aufgegriffen und sogleich mit einem Augenzwinkern gebrochen. Dabei kommt die subjektive Wahrnehmung  Europas nicht zu kurz. Kleine Anekdoten, Beobachtungen und Gedanken finden in der 16-seitigen Zeitungsbeilage ihren Platz, die sich aus verschiedenen journalistischen Genres zusammensetzt. Ein Beitrag, der Begeisterung für Europa und seine Menschen weckt.

Kategorie Multimedia

CORRECTIV, Frontal 21/ZDF & 33 weitere Medien

Grand Theft Europe

correctiv.org

Es ist der größte laufende Steuerbetrug Europas: 50 Milliarden  den EU-Mitgliedsstaaten jährlich gestohlen. Die Methode: Umsatzsteuerkarusselle. Und während die organisierten Banden immer neue Betrugsmöglichkeiten finden, können sich die Behörden auf kein koordiniertes Vorgehen einigen. In einer  grenzüberschreitenden Recherche von mehr als 60 JournalistInnen aus 30 Ländern, decken das Recherchezentrum CORRECTIV und seine Partner die Methoden der Kriminellen auf und verfolgen den Weg des entwendeten Geldes. Anhand von umfangreichen Grafiken, Texten und Videos gewinnen die BesucherInnen der Webseite einen gut verständlichen Einblick in die komplexe Thematik.

Kategorie Nachwuchspreis

Anaelle Abasq, Alexia Echerbault, Lara Gohr, Thabo Huntgeburth, Lukas Knauer, Louise Pillais, Mathilde Pires, Meret Reh, Camille Sarazin & Ramona Westhof

Plus chaud que le climat – Heißer als das Klima

Deutschlandfunk Kultur

(© Lukas Knauer)

Ein Thema, zehn junge JournalistInnen und fünf Produktionstage in Nîmes: Das sind die Rahmenbedingungen dieses interkulturellen Radioprojektes.  Herausgekommen ist eine bilinguale Sendung, die den Klimaschutz aus verschiedenen Blickwinkeln engagiert unter die Lupe nimmt. Das Team erklärt die Folgen der fortschreitenden Globalisierung an den Beispielen Weinbau, Energiearmut, Textilherstellung und Klima-Protestkultur. Dafür haben die Projektteilnehmer Interviews mit lokalen Unternehmen und Einrichtungen geführt. In knapp einer Stunde Sendezeit ist es ihnen gelungen, umfassende und gut recherchierte Informationen über beide Länder für ein junges Publikum aufzubereiten.

Preisträger 2019

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

Beate und Serge Klarsfeld

(© picture alliance / dpa / Christian Böhmer)

Beate und Serge Klarsfeld sind seit Jahrzehnten ein Vorbild für den Kampf gegen das Vergessen, für Menschlichkeit und gegen einen Nationalismus, der die Ausgrenzung und die Stigmatisierung von Andersgläubigen und Andersdenkenden im Schilde führt. Das außergewöhnliche Ehepaar steht für die Aussöhnung zwischen den Völkern und insbesondere zwischen Deutschen und Franzosen. Die unermüdlichen Streiter für Menschenrechte und ein friedliches Zusammenleben gehören damit zu den Architekten des heutigen Europas und der europäischen Einigung.

Kategorie Video

Kirsten Esch

 Forschung und Verbrechen – Die Reichsuniversität Straßburg

Südwestrundfunk/ARTE

(© Privat)

In diesem Dokumentarfilm geht es um die 1941 im besetzen Frankreich eröffnete Reichsuniversität, an der die hochrangigen Wissenschaftler des Deutschen Reichs arbeiteten. Die Regisseurin Kirsten Esch, deren Großvater das Amt des Dekans bekleidete, erzählt die Zusammenarbeit der geistigen Elite mit der SS und deckt auf, wie sich die Professoren an den schrecklichen Verbrechen der Nazis beteiligten.

Kategorie Audio

Caroline Gillet

Foule continentale

France Inter

(© Christophe Abramovitz)

Diese wöchentliche Radiosendung lässt junge Europäer*innen unterschiedlichster Hintergründe zu Wort kommen und untersucht ihre Beziehung zum Kontinent. Durch ihren modernen Ton, die Wahl der Gesprächspartner und ihren journalistischen Einsatz zeigt die Autorin, dass Diskussionen über Europa spannend sein können.

Kategorie Textbeitrag

Lena Kampf

 Die unendliche Geduld von Papier

 Die unendliche Geduld von Papier

Süddeutsche Zeitung Magazin

(© Philipp Boegle)

Ein Jahr nach #MeToo und mithilfe des Notizhefts der parlamentarischen Assistentin Jeanne Ponté, prangert dieser Artikel sexuelle Belästigung im Europäischen Parlament an. Respektvoll und in angemessenem Ton, ganz ohne moralisierend oder reißerisch zu werden, schildert die Autorin, wie die guten Absichten einer europäischen Institution jenseits des Tumults um die Kampagne versanden.

Kategorie Multimedia

Studierende des Centre universitaire d’enseignement du journalisme Strasbourg

Champs de bataille

cuej.info/mini-sites/agriculture/

Die europäische Landwirtschaft hat viele Facetten. Auf ihrer multimedialen Website beleuchten Studierende des CUEJ Strasbourg anschaulich die unterschiedlichen Herausforderungen der Landwirte in Europa und gehen dabei unter anderem auf die Folgen des Klimawandels, ökologische Landwirtschaft und die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ein.

(© Privat)

Der Journalistin Carolin Dylla gelingt es in ihrer Reportage den schwierigen juristischen Text des 2019 unterzeichneten Aachener Vertrags detailliert zu analysieren und vor allem vor dem Hintergrund erstarkender nationalistischer Tendenzen in Europa interessant aufzubereiten. Im Beitrag kommen Politiker, Menschen dies- und jenseits der Grenze sowie Politikwissenschaftler zu Wort.

Preisträger 2018

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

Prof. Dr. Jürgen Habermas

(© Wolfram Huke)

Der Philosoph und Soziologe Prof. Dr. Jürgen Habermas erhält den Preis für sein jahrzehntelanges Engagement für ein demokratisch verfasstes Europa. Er hat durch seine wissenschaftliche Arbeit Generationen von Akademikern geprägt und durch seine regelmäßigen Zwischenrufe die Debatte über die Zukunft Europas maßgeblich mitbestimmt.

Kategorie Video

Karine Comazzi & Patrice Burgère stellvertretend für das Reportage-Team

  Les Klarsfeld, chasseurs de ténèbres

France 2

(Reportage-Team © Privat)

Der Film „Les Klarsfeld, chasseurs de ténèbres“ erzählt die Geschichte und veranschaulicht den Kampf von Beate und Serge Klarsfeld, einem deutsch-französischen Ehepaar, das sich dreißig Jahre lang der Jagd auf Nazi-Kriegsverbrecher und Vichy-Mitarbeiter widmete, die für die Deportation von 76.000 Juden in Frankreich verantwortlich waren.

Kategorie Audio

Adèle Humbert & Emilie Denètre

Les Petits Revenants

BoxSons

(© Privat)

(© Frédéric Klemczynski divergence images)

In „Die kleinen Rückkehrer“ kommen die Kinder von Jihadisten zu Wort, die in die irakisch-syrische Zone geboren oder dorthin mitgenommen wurden und nun nach Frankreich kommen. In Gesprächen mit Familienangehörigen und Spezialisten lassen Emilie Denètre und Adèle Humbert ein umfangreiches Bild der Situation in Frankreich entstehen.

Kategorie Textbeitrag

Stephan Maus

Zwei Brüder

Zwei Brüder

Stern Crime

(© Privat)

Die Reportage „Zwei Brüder“ ist vielmehr als nur ein Krimi: Es ist eine Geschichte vom Erfolg und Scheitern der Integration am Beispiel der Brüder Hamid und Hakim, deren Schicksale unterschiedlicher kaum sein könnten. Dem Autor gelingt es am Beispiel von Marseille, beiläufig und geschickt, wichtige Informationen über die Realität der Problemviertel in den Städten Frankreichs zu vermitteln.

Kategorie Multimedia

Donatien Huet, Simon Jockers, Annika Joeres, Jade Lindgaard & Felix Michel

searise.correctiv.org

searise.corrective.org

Das Projekt „Searise“ („Steigende Meere“) macht das globale Problem des Klimawandels auf lokaler und regionaler Ebene erfahrbar. Durch seine anschauliche Präsentationsform lädt „Searise“ die Nutzer dazu ein, sprichwörtlich tiefer in das Thema einzutauchen.

Kategorie Nachwuchspreis

Anika Maldacker

Der Kampf gegen das Vergessen

Der Kampf gegen das Vergessen

Badische Zeitung

(© Privat)

Anika Maldacker schildert in ihrer Reportage den verzweifelten Kampf um den Erhalt der Regionalsprache im Elsass. Im Rahmen der Geschichte über ein Feriencamp, bei dem Kinder Elsässisch lernen, mischt die Autorin gekonnt Reportage-Elemente, historischen Hintergrund und die aktuelle politische Debatte um die Territorialreform in Frankreich.

Preisträger 2017

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

SOS MEDITERRANEE

www.sosmediterranee.org

Der Große Deutsch-Französische Medienpreis wird in diesem Jahr an SOS MEDITERRANEE verliehen. Die Hilfsorganisation zur Rettung Schiffsbrüchiger ist eine europäische Nichtregierungsorganisation, die 2015 auf Initiative von Handelsschiffkapitän Klaus Vogel und der heutigen Leiterin für humanitäre Projekte, Sophie Beau, gegründet wurde. Seit Februar 2016 ist sie mit dem Rettungsschiff Aquarius im Mittelmeer im Einsatz. Bislang ist SOS MEDITERRANEE über 13.000 Menschen zur Hilfe gekommen und hat ihnen das Leben gerettet.

Kategorie Video

Christian Frey und Susanne Wittek

 Stille Retter
ARTE / NDR

Christian Frey (© Privat)

Susanne Wittek (© Inga Sommer)

„Stille Retter“ gibt den während des Zweiten Weltkrieges geretteten, jüdischen Kindern und den Nachkommen ihrer Retter, den „ganz normalen“ Franzosen, eine Stimme. Die Stärke dieses Dokumentarfilms liegt in der Qualität der Interviews, die bewegende Zeugnisse liefern. Der Film wurde von Reinhardt Beetz (Gebrüder Beetz Filmproduktion) produziert und von der Shoah Foundation, der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung sowie der Körber-Stiftung gefördert.

Kategorie Audio

Sabine Wachs

SOS im Mittelmeer

 SOS im Mittelmeer

Saarländischer Rundfunk

Sabine Wachs
(© Pasquale D’Angiolillo)

Sabine Wachs gelingt es, uns eine der größten Herausforderungen Europas miterleben zu lassen. Sie zeigt mit journalistischer Distanz, wie eine zivilgesellschaftliche Initiative die humanitären Werte hochhält.

Kategorie Textbeitrag

Marion Van Renterghem

 Angela Merkel d’Est en Ouest

 Angela Merkel d’Est en Ouest

Le Monde

Marion Van Renterghem
(© Astrid Di Crollalanza)

„Angela Merkel d’Est en Ouest“ von Marion Van Renterghem ist eine gelungene Porträtreihe über die einflussreichste Frau in Europa. Jeder Serienteil stellt einen bestimmten Charakterzug von Angela Merkel heraus, der sich anschließend zu einem stimmigen Mosaik der Eigenschaften zusammenfügt.

Kategorie Multimedia

Vera Rudolph

Taxi Europa

 Taxi Europa

SWR

Vera Rudolph
(© Constant Formé-Bècherat)

Vera Rudolph hat in fünf Ländern Europas ehrliche, überraschende und emotionale Antworten auf die Frage nach einer Definition Europas gesammelt. Ihr Multimedia-Dossier lässt den User an den sehr persönlichen Gedanken von Fahrgästen in Paris, Warschau, Sofia, Madrid und Athen teilhaben.

Nachwuchspreis

Sophie Serbini und Côme Tessier

C’est Jérôme

 C’est Jérôme

So Foot

Sophie Serbini (© Privat)

Côme TESSIER (© Benjamin Rullier)

Sophie Serbini und Côme Tessier ist es gelungen, nicht nur unterschiedliche Seiten der Persönlichkeit Jérôme Boatengs herauszuarbeiten, sondern auch das Wechselspiel zwischen Fußballer und Öffentlichkeit zu skizzieren. Der Artikel spricht aufgrund seines Stils alle Altersklassen an und ist auch für die französischen Leser interessant.

Preisträger 2016

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

Jean Asselborn

Jean Asselborn (Ⓒ SIP)

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn wird für sein Engagement für die europäische Integration mit dem Deutsch-Französischen Medienpreis 2016 geehrt. Jean Asselborn hat als Mittler zwischen den großen und den kleineren Ländern innerhalb der Europäischen Union und auf internationaler Ebene großes Ansehen erworben. Als ehrlicher Makler für europäische Grundwerte warnt er vor dem Rückfall in Nationalismen sowie vor den Eingriffen in die Presse- und Meinungsfreiheit auf europäischer Ebene. Jean Asselborn ist der erste Träger des Deutsch-Französischen Medienpreises, der weder aus Deutschland noch aus Frankreich kommt.

Kategorie Video

Christian Dassel und Clemens Gersch

 #jesuischarlie: Ein Hashtag und die Folgen

Westdeutscher Rundfunk

Christian Dassel (Ⓒ Privat)

Clements Gersch (Ⓒ Privat)

Mit dem Videopreis werden Christian Dassel und Clemens Gersch für „#jesuischarlie: Ein Hashtag und die Folgen“ ausgezeichnet, gesendet auf Westdeutscher Rundfunk.

„#jesuischarlie“ stellt die Rolle der sozialen Netzwerke bei der Aufarbeitung und der Trauerarbeit nach dem 7. Januar 2015 eindrucksvoll dar und macht die Autoren hinter den Hashtags sichtbar. Der Film ragt durch die Verbindung der beiden Medien Fernsehen und Internet heraus.

Kategorie Audio

Pascal Dervieux

 Immigration en Allemagne : le tournant ?

France Inter

Pascale Dervieux (Ⓒ Privat)

Mit dem Audiopreis wird Pascal Dervieux „Immigration en Allemagne : le tournant ?“ ausgezeichnet, gesendet auf France Inter.

Die Reportage von Pascal Dervieux lässt den Hörer tief in die deutsche Einwanderungsproblematik eintauchen. Durch die Vielfalt der Gesprächspartner entsteht das Bild eines verunsicherten Landes, das angesichts großer Einwanderungszahlen nach Antworten sucht.

Kategorie Textbeitrag

Leo Klimm

 Chef-Köche

 Chef-Köche

Capital

Leo Klimm (Ⓒ Privat)

Der Preis in der Kategorie Textbeitrag wird an Leo Klimm für seinen Beitrag „Chef-Köche“ in Capital verliehen.

Ein kulinarisches Meisterstück in jeder Hinsicht. Leo Klimm ist es gelungen, dem Leser über das Vehikel der „haute cuisine“ ein Stück französische Unternehmenskultur nahe zu bringen. Der Autor stößt die Türen zu exklusiven und elitären Orten, die selbst in Frankreich eine unbekannte Welt sind, weit auf und gibt Aufschluss über das Zusammenwirken von wirtschaftlichen und kulinarischen Gepflogenheiten.

Kategorie Multimedia

Christian Beetz, Jakob Vicari, Jens-Uwe Grau und Tanja Schmoller

 Falcianis SwissLeaks

 Falcianis SwissLeaks

In der Kategorie Multimedia geht der Preis an Christian Beetz, Jakob Vicari, Jens-Uwe Grau und Tanja Schmoller für „Falcianis SwissLeaks“ (falciani-info.arte.tv).

Christian Beetz, Jakob Vicari, Jens-Uwe Grau, Tanja Schmoller (Ⓒ Privat)

Spannend wie ein Krimi erzählt das Storytelling-Projekt „Falcianis SwissLeaks“ die Geschichte des Whistleblowers Hervé Falciani, dessen Enthüllungen das Schweizer Bankgeheimnis zum Wanken brachten. Der Leser wird zur Interaktion angeregt und somit motiviert, bis zum Ende dran zu bleiben.

Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk

Laetitia Grevers (in Zusammenarbeit mit Gabriela Herpell, Alex Rühle und Lorenz Wagner)

 „Wir klingen alle so, als müsste uns irgendwer erlösen“

 „Wir klingen alle so, als müsste uns irgendwer erlösen“

Süddeutsche Zeitung Magazin

Laetitia Grevers (Ⓒ Privat)

Dank ihres besonderen und aufwendigen Formats schafft diese Reportage es nach den Terroranschlägen auf Charlie Hebdo ein eindrucksvolles, emotionales Stimmungsbild aus Frankreich zu zeichnen. Durch die Gesprächsform wird dem Leser das Gefühl vermittelt, unmittelbar dabei zu sein.

Preisträger 2015

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

Cartooning for Peace / Dessins pour la paix

Cartooning for Peace

 

Die Organisation „Cartooning for Peace” vereint internationale Pressekarikaturisten und veranstaltet weltweit zahlreiche Ausstellungen und Dialogveranstaltungen. Mit dem Großen Deutsch-Französischen Medienpreis wird insbesondere ihr Einsatz für die Pressefreiheit und den Respekt vor Andersdenkenden ausgezeichnet. Die Karikaturisten von „Cartooning for Peace“ machen mit spitzer Feder deutlich, dass die Achtung der Menschenwürde ein universelles Recht ist, unabhängig von der Religionszugehörigkeit und sonstigen kulturellen Unterschieden. Die Vergabe des Großen Deutsch-Französischen Medienpreises an „Cartooning for Peace“ soll auch ein Signal und eine Ermutigung an alle Journalisten und Zeichner sein, sich nicht einschüchtern zu lassen.

Sonderpreis

Raif Badawi

Raif Badawi (Ⓒ Privat)

 

Die Mitglieder des Deutsch-Französischen Journalistenpreises haben entschieden, in diesem Jahr einen außerordentlichen Sonderpreis an den saudi-arabischen Blogger Raif Badawi zu vergeben. Sie wollen auf diese Weise die weltweiten Bemühungen um eine Freilassung des 31-jährigen Internetaktivisten unterstützen, der wegen der Forderung nach einer gesellschaftlichen Liberalisierung zu zehn Jahren Haft, 1000 Stockschlägen und einer Geldstrafe in Höhe von 200.000 € verurteilt worden. Die Vollstreckung der ersten 50 Stockhiebe überlebte Badawi nur mit schwersten Verletzungen.

Kategorie Video

Andreas Pichler

 Ausverkauf Europa

ARTE

Andreas Pichler (Ⓒ Privat)

 

Der Videopreis geht an Andreas Pichler für „Ausverkauf Europa“.

Der Dokumentarfilm überzeugt aufgrund seines brisanten und bisher weitgehend vernachlässigten Themas und seiner spielerischen und persönlichen Herangehensweise. Der Südtiroler Autor erzählt seine Geschichte bildstark und mit beeindruckenden Beispielen. Der Film betrifft alle Europäer und regt die Zuschauer zum Nachdenken an.

Kategorie Audio

Hans Woller

 Tea-Party in Frankreich

Deutschlandfunk

Hans Woller (Ⓒ Privat)

 

Mit dem Audiopreis wird Hans Woller „Tea-Party in Frankreich“ ausgezeichnet, gesendet auf Deutschlandfunk.

Das Feature wirft einen verstörenden Blick auf die zunehmenden Brüche in der französischen Gesellschaft und beschreibt dabei die Homoehe als Symbol einer zunehmen Spaltung. Es zeigt die ganze Bandbreite der Diskussion und bietet damit dem Hörer die Chance, sich mit allen Akteuren und Facetten des Konflikts auseinanderzusetzen und die eigenen Werte zu überprüfen.

Kategorie Textbeitrag

Ina Henrichs

 Wo geht’s hier nach Frankreich?

 Wo geht’s hier nach Frankreich?

Magazin des Kölner Stadt-Anzeigers

Ina Henrichs (Ⓒ Privat)

Der Preis in der Kategorie Textbeitrag wird an Ina Henrichs für Ihren Beitrag „Wo geht’s hier nach Frankreich?“ im Magazin des Kölner Stadt-Anzeigers verliehen.

Die Autorin porträtiert geschickt und ohne Klischees Franzosen, die Deutschland lieben und dort leben. Anders als die klassische Berichterstattung findet sie einen bisher wenig bekannten Ansatz, der auch durch den frischen Schreibstil sehr lesernah ist – eine willkommene Abwechslung zu den derzeitigen, giftigen Zwischenrufen, die ein Zerrbild der deutsch-französischen Beziehungen zeichnen.

Kategorie Multimedia

Marcus Bensmann / David Crawford

 mh17.correctiv.org

 mh17.correctiv.org

Marcus-Bensmann (Ⓒ Privat)

David-Crawford (Ⓒ Privat)

In der Kategorie Multimedia geht der Preis an Marcus Bensmann und Davis Crawford für das Webangebot „mh17.correctiv.org“.

Durch aufwändige Recherchen ist es den Autoren gelungen, den mutmaßlichen Abschuss des Passagierflugzeugs zu rekonstruieren. Sie haben vorhandene Hinweise aus verschiedenen Quellen mit den Fakten vor Ort abgeglichen und verifiziert. Multimediale Elemente wurden sinnvoll eingesetzt, um eine interessante Geschichte plausibel zu erzählen.

Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk

Änne Seidel / Markus Dichmann

 Wo Bilder von Freund und Feind verschwimmen

Deutschlandfunk

Änne Seidel (Ⓒ DLR/Bettina Fürst-Fastré)

Markus Dichmann (Ⓒ DLR/Bettina Fürst-Fastré)

Der Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, wird verliehen an Änne Seidel und Markus Dichmann für „Wo Bilder von Freund und Feind verschwimmen“ gesendet auf Deutschlandfunk.

Die inhaltlich dichte, tief gehende Reportage stellt auf lebendige und erfrischende Weise das jüdische Leben im Elsass in all seinen Facetten dar. Der Blick in die lange Geschichte der Juden in dieser Region dient dabei als Folie für den Blick auf das schwierige Jetzt. Den Autoren gelingt, dank sorgfältiger Recherche, ein stimmiges Werk ohne Klischees.

Preisträger 2014

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

Helmut Schmidt ✝ und Valéry Giscard d’Estaing

Helmut Schmidt ✝ und Valéry Giscard d’Estaing (Foto: ZB-Fotoreport/Peer Grimm)

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt ✝ und der frühere französische Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing werden für ihre herausragenden Verdienste um die deutsch-französischen und europäischen Beziehungen mit dem Großen Deutsch-Französischen Medienpreis 2014 geehrt. Beide Staatsmänner haben eine wegweisende Rolle für die deutsch-französische Zusammenarbeit und die europäische Integration gespielt und diese nachhaltig geprägt. Über Parteigrenzen hinweg verstanden sie es, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den deutsch-französischen Beziehungen neuen Elan zu geben und Europa maßgeblich zu gestalten.

Kategorie Video

Sabine Jainski / Ilona Kalmbach

„Superfrauen gesucht – Im Spagat zwischen Arbeit, Kindern und Pflege der Eltern“
WDR / ARTE

Ilona Kalmbach

 

Sabine Jainski (Foto: Peter Petrides)

 

Der Videopreis geht an Sabine Jainski und Ilona Kalmbach für den berührenden Dokumentarfilm „Superfrauen gesucht – Im Spagat zwischen Arbeit, Kindern und Pflege der Eltern“.

Der Film überzeugt durch seine sensible und professionelle Machart. Es gelingt den Autoren, auf vielseitige und verständnisvolle Weise, die Mehrfachbelastungen der Protagonistinnen in Frankreich und Deutschland aufzuzeigen, die neben dem Spagat zwischen Beruf und Kindererziehung auch die Pflege der Eltern zu bewältigen haben. Dabei entwickeln sie die unterschiedlichen deutsch-französischen Mentalitäten ebenso, wie die Bedeutung dieses Themas für die Zukunft.

Clemens Hoffmann

 

Mit dem Audiopreis wird Clemens Hoffmann für „Das Kartell der Perlen – Wie die Champagne die Preise macht“ ausgezeichnet, gesendet auf WDR 5.

Die Jury schätzt die journalistische Aufarbeitung und die Einsichten in die wirtschaftlichen Hintergründe des Champagner-Business. Die Welt der Perlen erschließt sich dem Hörer nicht nur aus der Sicht des Verbrauchers, sondern auch aus der des Produzenten und der Vermarktung. Beeindruckt war die Jury auch von der sehr weit gespannten und umfangreichen Recherche, durch die ein bekanntes Konsumprodukt aus einem neuen Blickwinkel betrachtet wird. Der Beitrag wendet sich an ein breites Publikum.

Kategorie Textbeitrag

Marie-Pierre Lannelongue / Elisabeth Raether stellvertretend für die Autoren von

 „France-Allemagne – Ich Liebe Dich (moi non plus) / Wie sagt man auf Französisch Es ist Liebe?“

M Le Magazine du Monde / ZEIT Magazin

Den Preis in der Kategorie Textbeitrag erhalten Marie-Pierre Lannelongue und Elisabeth Raether, stellvertretend für die Autoren von „France-Allemagne – Ich Liebe Dich (moi non plus)“.

Die Jury begrüßt die Initiative des Gemeinschaftswerks eines deutschen und eines französischen Magazins – sei es die redaktionelle oder die illustrative Herangehensweise. Einhellig hervorgehoben wurde der Artikel „Scenes de ménages“, der mit großem Fingerspitzengefühl die kulturellen Feinheiten zwischen Deutschen und Franzosen beschreibt, ohne dabei in Klischees zu verfallen. Die Gesamtleistung lebt von Fülle und Vielfalt der Beiträge und blickt präzise hinter die Kulissen der deutsch-französischen Partnerschaft.

Kategorie Multimedia

Die Autoren des Onlinemagazins paroli, die an dem Projekt „Kopf oder Zahl“ mitgewirkt haben

 www.kopfoderzahl.eu

In der Kategorie Multimedia geht der Preis an die Autoren des Onlinemagazins paroli, die an dem Projekt „Kopf oder Zahl“ mitgewirkt haben.

Das Projekt dokumentiert auf erfrischende, emotionale Weise Lebenswelten junger Europaeer. Die Idee ‘Kopf oder Zahl’ wird sowohl inhaltlich als auch gestalterisch beeindruckend umgesetzt. Gelungen ist auch die Bildsprache der Videos, Fotos und Infografiken. Obwohl das Angebot nur auf wenigen Browser-Betriebssystemkombinationen funktioniert, hat die Jury nach intensiver Diskussion beschlossen, das Projekt wegen seines innovativen Charakters auszuzeichnen.

Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk

Hanna Gieffers / Alain Le Treut

 Gefangen / Befreit

Hanna Gieffers

 

Alain Le Treut

 

Der Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, wird verliehen an Hanna Gieffers und Alain Le Treut für „Gefangen / Befreit“.

Die Autoren erzählen auf berührende Weise, wie persönliche Kontakte aus der Kriegsgefangenschaft nach dem zweiten Weltkrieg Deutsche und Franzosen einander näher gebracht haben. Das multimediale Dossier beleuchtet einen wenig bekannten Aspekt der deutsch-französischen Nachkriegsgeschichte und setzt dabei auf Zeitzeugenberichte und Dokumente.

Preisträger 2013

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

Daniel Cohn-Bendit (Foto: X21de – Reiner Freese)

Daniel Cohn-Bendit verzichtet auf den Großen Deutsch-Französischen Medienpreis
29.04.2013: Der EU-Abgeordnete Daniel Cohn-Bendit hat die Geschäftsführung des Deutsch-Französischen Journalistenpreises (DFJP) informiert, dass er auf die Auszeichnung mit dem Großen Deutsch-Französischen Medienpreis 2013 des DFJP verzichtet.

Laut Cohn-Bendit ist für ihn die Erfahrung mit dem negativen Echo anlässlich der Verleihung des Theodor-Heuss-Preises ausschlaggebend für seine Entscheidung. Er müsse befürchten, so Cohn-Bendit, dass er im heraufziehenden Bundestagswahlkampf erneut zur Zielscheibe werde. Dem wolle er sich nicht aussetzen und deshalb verzichte er auf die Annahme des Preises.

Kategorie Video

Delphine Prunault

 „Le miracle allemand, à quel prix ?“

France 2

Delphine Prunault

Der Videopreis geht an Delphine Prunault für „Le miracle allemand, à quel prix ?“, einen Beitrag aus der Sendung „Envoyé spécial“ auf France 2.

Die Autorin behandelt ein bestimmendes politisches Thema in der deutsch-französischen Diskussion. Der Film entmystifiziert die deutsche Wirtschaft und zeigt Stärken und Schwächen des deutschen Erfolgsmodells. Durch seine Machart, die klare Haltung und den Mut zur Kontroverse stößt der Film eine Debatte an.

Kategorie Audio

Delphine Simon

„Mon père s’appelait Werner“

France Inter

Delphine Simon

Mit dem Audiopreis wird Delphine Simon für „Mon père s’appelait Werner“ ausgezeichnet, gesendet von France Inter.

Mit Kraft und Authentizität sprechen die Protagonisten über sich und ihre Gefühle. Auch im Jahr 50 nach dem Elysée-Vertrag gibt es noch immer wichtige Aspekte der deutsch-französischen Geschichte, die in den Medien kaum behandelt wurden. Delphine Simon zeigt uns Menschen, die diese Geschichte bis heute nicht loslässt.

Kategorie Textbeitrag

La Croix

 „France-Allemagne, les noces d’or“

Capital

In der Kategorie Textbeitrag geht der Preis an die französische Tageszeitung La Croix für das Dossier „France-Allemagne, les noces d’or“.

Es behandelt aus einem originellen Blickwinkel unterschiedliche Facetten der deutsch-französischen Beziehungen. Dabei beschreibt es Beziehungen im alltäglichen Leben, die das eigentliche Rückgrat dieser Freundschaft bilden und zieht viele Stimmen heran, die die Vielfalt der Verbindungen zwischen Deutschland und Frankreich widerspiegeln.

Kategorie Multimedia

Tawan Arun / Joris Rühl
„Portraits de frontières“

www.tv5monde.com

Tawan Arun

Joris Rühl

Den Multimediapreis erhalten Tawan Arun und Joris Rühl für „Portraits de frontières“, publiziert auf www.tv5monde.com.

Überzeugt hat die Jurymitglieder die reichhaltige und moderne multimediale Umsetzung des Themas „europäische Grenzen“. Die Autoren sprengen dabei den Rahmen der deutsch-französischen Beziehungen und heben sie in eine europäische Dimension, indem sie den User an neue Grenzen heranführen und mit neuen Nachbarn vertraut machen.

Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk

Isabelle Foucrier

 „Der Diavortrag“

ARTE

Isabelle Foucrier (Foto: Julien Patry)

Der Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, wird verliehen an Isabelle Foucrier für die Serie „Der Diavortrag“, gesendet auf ARTE.

Die Autorin setzt kreativ, originell und humorvoll aktuelle Themen an der Schnittstelle von Web, Video und Text um. Dabei spielt sie mit dem Klischee des gefürchteten klassischen Diavortrags. Durch die außergewöhnliche Machart spricht sie ein breites und damit auch ein jüngeres Publikum an.

Preisträger 2012

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

Alfred Grosser

Alfred Grosser (Foto: X21de – Reiner Freese)

Mit dem Großen Deutsch-Französischen Medienpreis wird Alfred Grosser ausgezeichnet. Der französische Publizist und Politikwissenschaftler hat sich seit 1945 unermüdlich für die deutsch-französische Aussöhnung und Verständigung eingesetzt. Durch zahlreiche Publikationen und Vorträge hat er dazu beigetragen, freundschaftliche Beziehungen zwischen den Nachbarn aufzubauen und ist dabei nie müde geworden, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen.

Kategorie Video

Stephan Lamby / Michael Wech

„Der Domino-Effekt – Kippt der Euro?“

ZDF/ARTE

Stephan Lamby (Foto: ECO Media TV-Produktion)

Michael Wech (Foto: ECO Media TV-Produktion)

Der Videopreis geht an Stephan Lamby und Michael Wech für ihren Film „Der Domino-Effekt – Kippt der Euro?“, eine ZDF-/ARTE-Produktion. Der Beitrag schildert eindringlich die dramatischen Ereignisse der Währungs- und Schuldenkrise und lässt den Zuschauer an den Reflexionen wichtiger Protagonisten in so bislang nie gekannter Zusammensetzung teilhaben.

Die Jury überzeugte die spannende Erzählweise, die auf Effekthascherei verzichtet. Das schwierige und abstrakte Thema der Eurokrise wurde von den Autoren souverän gefasst, verständlich erklärt und fesselnd erzählt. Dieser Film erfüllt die Zielsetzung des DFJP in vorbildlicher Weise, weil er das für beide Länder und ganz Europa brennendste Thema in einer für den Zuschauer nachvollziehbaren Weise darstellt.

Kategorie Audio

Christian Buckard / Daniel Guthmann

„Ma Grande, meine Liebe, mein Leben!“

SWR/NDR/RBB

Christian Buckard

Daniel Guthmann

Den Audiopreis erhalten Christian Buckard und Daniel Guthmann für „Ma Grande, meine Liebe, mein Leben!“, gesendet vom SWR in Koproduktion mit NDR und RBB.

Dieser Beitrag ist ein hervorragendes Stück Kulturjournalismus, das durch seine Produktion und Umsetzung wirklich berührt. Obwohl es aus der Vergangenheit kommt, wirkt es durch die Tiefe der deutsch-französischen Liebesgeschichte zwischen Jean Gabin und Marlene Dietrich gegenwärtig. Die Schilderung dieser bisher wenig bekannten Liaison zeigt Facetten der beiden Persönlichkeiten – Mut, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, die uns heute noch genauso bewegen wie damals. Ein Radioerlebnis, das den Hörer von der ersten bis zur letzten Minute fesselt.

Kategorie Textbeitrag

Karl De Meyer

 „Angela Merkel, L’Europe malgré tout“

Les Echos

Karl De Meyer

Der Preis in der Kategorie Textbeitrag wird verliehen an Karl de Meyer für seinen Artikel „Angela Merkel, L’Europe malgré tout“, erschienen in der Tageszeitung Les Echos.

In seinem Artikel skizziert Karl de Meyer ein sehr gelungenes Porträt der deutschen Kanzlerin und den für Nicht-Deutsche nicht immer nachzuvollziehenden Europakurs. Dabei wird dem Leser schnell klar, wie komplex die Entscheidungsfindung von Regierungschefs ist und unter welchem Druck Spitzenpolitiker stehen. Der Autor bleibt stets sachlich und journalistisch korrekt. Sein Argumentationsstrang wird durch hochkarätige Stellungnahmen geschmückt, die viel Hintergrundwissen über deutsche Politik und deren weniger sichtbaren Akteuren vermitteln. Ein Artikel, der einer französischen Leserschaft klar, anschaulich und wahrheitsgetreu viel Wissen über eine der mächtigsten Politikerinnen vermittelt.

Kategorie Multimedia

Joseph Gordillo / Laetitia Giroux

„Die Empörten“

www.arte.tv

Joseph Gordillo (Foto: Daniel Denise)

Laetitia Giroux (Foto: Daniel Denise)

Den Multimediapreis Joseph erhalten Gordillo und Laetitia Giroux für das Webangebot „Die Empörten“.

Die zweisprachige Webdokumentation nutzt auf überzeugende Weise die multimedialen Möglichkeiten des Mediums Internet. Dadurch entsteht ein lebendiges Bild der verschiedenen Formen dieser Protestbewegung in mehreren europäischen Ländern. Der Nutzer kann somit nachvollziehen, wie sich die Bewegung seit der Initialzündung durch das Buch „Empört Euch“, des in Berlin geborenen Franzosen Stéphane Hessel entwickelt hat.

Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk

Isabelle Foucrier

„Ruhr conversions“

www.cuej.info

Den Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, geht an 22 Studierende der Straßburger Journalistenschule CUEJ für ihr Webdossier „Ruhr conversions“, veröffentlicht auf www.cuej.info.

Die Studierenden sind: Mathilde Bournique, Aurelie Delmas, Cedric Dolanc, Doup Kaigama Leyla, Renaud Fevrier, Thibaut Gagnepain, Dorothée Haffner, Fabienne Hurst, Celine Jankowiak, Marc-Andre Kruppa, Hui Lan, Clara Lecoq-Reale, Marjorie Lenhardt, Brigitte Lichtfuss, Marion Lippmann, Chloe Michelon, Anne-Claire Poirier, Wiebke Ramisch, Maren Rampendahl, Aude Raso, Frank-André Rauschendorf, Thomas Richard

Die Jury hat das Internetprojekt mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet, weil die moderne und innovative Arte des Informationsangebots sie überzeugt hat. Das Projekt nutzt die vielfältigen technischen Möglichkeiten der multimedialen Welt. Mit diesen Elementen zeichnen sie ein umfassendes Bild einer Region, die eine tief greifende gesellschaftliche und wirtschaftliche Umwälzung erlebt hat. Der Internetnutzer wird in die Lage versetzt, diesen Reichtum durch Videos, Webanimationen und Texte zu erkunden. Diese Initiative zeigt, dass der neugierige Blick aufs Nachbarland immer noch neue Seiten einer scheinbar vertrauten Gesellschaft zum Vorschein bringen kann.

Preisträger 2011

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

Volker Schlöndorff

(Foto: SWR/Michael Schulze)

Der Große Deutsch-Französische Medienpreis 2011 geht an Volker Schlöndorff. Der international renommierte Regisseur hat sowohl in Deutschland als auch in Frankreich gelebt und durch sein Wirken das Deutschlandbild in Frankreich über Jahrzehnte und nachhaltig mitgeprägt. Er ist ein Vermittler auf mehreren Ebenen: zwischen Kulturen, zwischen Völkern, zwischen Kunstformen und nicht zuletzt zwischen Generationen.

Fernsehpreis

Martine Laroche-Joubert / Alexis Jacquet

 „Une opérette à Ravensbrück“
France 2

Martine Laroche-Joubert

Alexis Jacquet

Den Fernsehpreis erhalten Martine Laroche-Joubert und Alexis Jacquet für ihre Reportage „Une opérette à Ravensbrück“ („Eine Operette in Ravensbrück“), die auf France 2 ausgestrahlt wurde. Es ist die bewegende Geschichte der Aufführung einer Operette, die die französische Gefangene Jermaine Tillon im Frauenlager des KZ Ravensbrück komponiert hat.

Der Film besticht durch die emotional offene Begegnung der Generationen und ist ein Dokument für das Hinsehen. Er wirft einen neuen Blick auf einen Teil der Geschichte, von der schon fast alles erzählt schien. Dabei geht er mit viel Respekt nah an die Protagonistinnen heran und verzichtet auf Effekte. Die fünf Folgen überzeugen durch ihre konsequente Handschrift bei der filmischen Umsetzung.

Hörfunkpreis

Martin Durm

„Berg des Leids, Berg der Hoffnung“

SWR 2

Martin Durm

Der Hörfunkpreis geht an Martin Durm für „Berg des Leids, Berg der Hoffnung – Sinnsuche am Mont Sainte Odile“, gesendet auf SWR 2.

Diese Reportage hat die Jury überzeugt durch ihre hohe Qualität, ihre Umsetzung und die Gefühle, die sie weckt. Der Autor ist in hohem Maße persönlich involviert. Zu diesem persönlichen Blick kommen zahlreiche ergreifende Augenzeugenberichte, die eine große Dichte erzeugen. Durch die Personifizierung des Berges gelingt es ihm, das geteilte Leid auf beiden Seiten der Grenze darzustellen. Der Odilienberg weckt hüben wie drüben dieselben Erinnerungen und zieht sich wie ein roter Faden durch die Reportage, die Jury als radiophones Juwel einstuft. Durch die außergewöhnliche Umsetzung gelingt Martin Durm „Kino im Kopf“ im bestem Sinne des Wortes.

Printmedienpreis

Karin Finkenzeller

 „Die Post bleibt!“

Die Zeit

(Foto: Laurent Attias)

In der Kategorie Printmedien erhält den Preis Karin Finkenzeller für ihren Artikel „Die Post bleibt!“, erschienen in der Wochenzeitung Die Zeit.

Der Artikel verhandelt ein wirtschaftliches Thema: die Privatisierung der französischen Post. Aber statt nur nackte Zahlen und Fakten zu liefern, kleidet die Autorin ihr Thema mentalitätsgeschichtlich, soziologisch und kulturell so reich aus, dass man gerade als deutscher Leser nach der Lektüre besser versteht, warum die Franzosen derart inbrünstig an dieser Institution hängen. Finkenzeller schafft es, dieses eigentlich trockene Thema so lebhaft zu schildern, dass man noch Tage nach der Lektüre gerne an die Figuren des Artikels denkt und sich an den Tati-Film „Schützenfest“ erinnert.

Internetpreis – gestiftet vom Département de la Moselle

Michel Verrier

michel-verrier.com

Michel Verrier

Der Internetpreis, gestiftet vom Département de la Moselle, wird verliehen an Michel Verrier für das Webangebot „www.michel-verrier.com“.

In seiner Presseschau fasst Michel Verrier die aktuelle deutsche Tagespresse zusammen. Zusätzlich behandelt er in seinem Blog wesentliche Themen des aktuellen Zeitgeschehens in Deutschland. Für Französischsprachige ist sein Webangebot eine wertvolle tägliche Informationsdienstleistung.

Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk

Isabelle Foucrier

 „Französische Praktikanten im Sauerland“

WDR 5

Dorothee Räber

Den Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, erhält Dorothee Räber für ihren Hörfunkbeitrag „Französische Praktikanten im Sauerland“, gesendet auf WDR 5.

Dorothee Räber hat mit ihrer Reportage über Auslandspraktika von Azubis thematisches Neuland betreten. Der interkulturelle Aspekt ist hier besonders gut herausgearbeitet. Der Beitrag ist modern und ansprechend umgesetzt und hält den Zuhörer bis zum Ende in Bann. Neben Aktualität und Informationsgehalt überzeugt der Beitrag vor allem durch seinen hohen Servicecharakter. Die Jury wünscht sich, dass diese Entscheidung eine Signalwirkung für die Zukunft hat, um die Suche nach neuen, aktuellen und originellen Themen zu fördern.

Preisträger 2010

Fernsehpreis

Frédéric Compain / Bruno Lancesseur

« EADS-Airbus, eine Staatsaffäre »

France 3 / ARTE

Frédéric Compain

Bruno Lancesseur

Den Fernsehpreis erhalten die beiden Autoren Frédéric Compain und Bruno Lancesseur für ihren Film „EADS–Airbus, eine Staatsaffäre“. Der 90minütige Dokumentarfilm wurde von ARTE in Koproduktion mit France 3 ausgestrahlt.

Der Film beleuchtet Hintergründe des jüngsten Skandals um Insiderhandel der Anteilseigner und Spitzenmanager. Die Jury würdigt die zweijährige, intensive Recherchearbeit, um diesen investigativen Beitrag über den europäischen Luftfahrtkonzern zu erstellen. Der Film überzeugt außerdem durch viele ungewöhnliche Bildideen und eine herausragende Komposition.

Hörfunkpreis

Jean-Luc Hees / Dr. Willi Steul

„Radio France fait le mur“

Radio France / Deutschlandradio

Radio France fait le mur (Foto: Christophe Abramowitz)

Den Hörfunkpreis erhalten Jean-Luc Hees und Dr. Willi Steul – stellvertretend für alle Beteiligten – für den Thementag „Radio France fait le mur“ in Kooperation mit Deutschlandradio.

Die Jury sieht darin einen herausragenden Beitrag zum deutsch-französischen Dialog. Die 24-stündige Livesendung aus Berlin am 9. November 2009 erinnert in vielfältiger Weise, unter anderem durch Interviews, Reportagen, Zeitzeugenberichte und eine Konzertübertragung, an ein Ereignis, das die Weltgeschichte verändert hat. Gleichzeitig schlägt sie eine Brücke zur Gegenwart. Die einzigartige Zusammenschaltung aller Programme von Radio France hat es ermöglicht, die Bedeutung dieses Jahrestages einem Millionenpublikum näher zu bringen.

Über hundert Mitarbeiter von Radio France waren aus diesem Anlass vor Ort in Berlin, wo sie von deutschen Kollegen tatkräftig unterstützt wurden. Diese Art der Kooperation entspricht in beispielhafter Weise dem Ziel des DFJP, „deutsche und französische Medienschaffende zur Zusammenarbeit anzuregen“.

Printmedienpreis

Johannes Kloth

 „Bon appétit“

Capital

Johannes Kloth

In der Kategorie Printmedien geht der Preis an Johannes Kloth für seinen Artikel „Bon appétit“, erschienen in der Saarbrücker Zeitung. Der Autor schreibt über ein a priori abgegriffenes Thema, das zu den deutschen Stereotypen über den Durchschnittsfranzosen gehört – Froschschenkel.

Dabei aber, so die Jury, bedient er diese Klischees nicht, sondern liefert eine gründlich recherchierte Geschichte, in der sich sowohl wirtschaftliche als auch kulinarische und kulturelle Aspekte wieder finden. Dank seiner Interviews sowie origineller und treffender Szenen bringt er hartnäckige interkulturelle Vorurteile zu Fall.

Internetpreis – gestiftet vom Département de la Moselle

Anne Mailliet / Brice Boussouar

„Webdoc – La chute du mur de Berlin“

France 24

Anne Mailliet

Brice Boussouar

Der Internetpreis, gestiftet vom Département de la Moselle, wird verliehen an Anne Mailliet und Brice Boussouar für das Webangebot „Webdoc – La chute du mur de Berlin“ (auf den Seiten von www.france24.com, in Zusammenarbeit mit Jérôme Pidoux). Die Jury hat die multimediale Darstellung des dominierenden zeitgeschichtlichen Themas des vergangenen Jahres, dem 20-jährigen Jubiläum des Mauerfalls in Deutschland, beeindruckt.

Das Internetdossier bietet dank eines intelligent konzeptionierten Angebotes, das sich einfach erschließen lässt, eine zielgruppengerechte Aufbereitung, die neben unterhaltsamen Elementen das journalistisch Informative nicht zu kurz kommen lässt. Die Jury zeigt sich des Weiteren überzeugt von der professionellen Qualität der Bilder, Videos und der Auswahl der Zeitzeugen.

Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk

Julia Friedrichs / Eva Müller

 „Paris statt Hartz IV“

WDR

Julia Friedrichs und Eva Müller

Den Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, erhalten Julia Friedrichs und Eva Müller für ihren Fernsehbeitrag „Paris statt Hartz IV“ aus der Reihe „WDR Weltweit“. Die Autorinnen erzählen eine von Anfang bis Ende überraschende Geschichte über eine deutsche Familie, die von Hartz IV lebt, dann aber als „Gastarbeiter“ nach Frankreich auswandert

Es handelt sich um eine Langzeitbeobachtung über drei Jahre (!), bei der es in 28 Minuten vorbildlich gelingt aufzuzeigen, wie sich die Einstellung der Familie in der französischen Gesellschaft verändert, und wie die Integration nach großen anfänglichen Schwierigkeiten langsam gelingt. Der Film fasziniert, weil die Erzählhaltung den widersprüchlichen Lebensläufen der einzelnen Familienmitglieder folgt. Der Film bewegt, kommt den Protagonisten sehr nahe, ist jedoch zu keinem Zeitpunkt voyeuristisch.

Preisträger 2009

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

Simone Veil

Simone Veil, Foto: dpa

Der Große Deutsch-Französische Medienpreis 2009 geht an die französische Publizistin und Politikerin, Mitglied der Académie Française, Simone Veil. Sie hat sich als Überlebende des Holocaust ohne zu zögern für die Aussöhnung zwischen Franzosen und Deutschen eingesetzt. Dafür trat sie als Politikerin ebenso ein wie als Grande Dame des öffentlichen Diskurses in Frankreich, Deutschland und Europa.

Fernsehpreis

Jeff Wittenberg / Jean-Marie Lequertier

„La France : une arrogante solitude ?“ [2:26 Min.]

France 2

Jean-Marie Lequertier

Jeff Wittenberg

Der Fernsehpreis geht an die französischen Autoren Jeff Wittenberg und Jean-Marie Lequertier für ihre Reportage „La France : Une arrogante solitude ?“, eine Produktion von France 2.

In ihrem hervorragend recherchierten und strukturierten Film beschreiben sie das „Innenleben der Europa-Maschine Brüssel“. Mit sehr ästhetischen Bildern und einem unverbrauchten Blick decken sie Schicht um Schicht die komplexen Strukturen auf, in denen sich die politischen Volksvertreter bewegen und möglichst Gehör verschaffen müssen.

Die Jury hebt außerdem die meisterhafte Kameraführung von Jean-Marie Lequertier hervor.

Hörfunkpreis

Clarisse Cossais

„La Sehnsucht. Franzosen in Berlin“ [2:04 Min.]

SWR 2

Clarisse Cossais

Mit dem Hörfunkpreis wird Clarisse Cossais ausgezeichnet für den Beitrag „La Sehnsucht. Franzosen in Berlin“, ausgestrahlt auf SWR 2. Der Autorin ist es auf eine sehr poetische und einfühlsame Art gelungen, den Deutschen eine neue Sicht auf ihre Haupt-stadt und gleichzeitig einen Einblick in die „französische Seele“ zu eröffnen.

Die Jury hebt besonders die exzellente Produktion und Dramaturgie hervor sowie den Mut und die Geduld der Autorin, ihren Protagonisten den Raum zu lassen, den sie brauchen, um ihre Geschichten sehr persönlich zu erzählen.

Printmedienpreis

Alex Rühle

 „Ruhig und strahlend wie die Gleise vor uns“

Süddeutsche Zeitung

In der Kategorie Printmedien geht der Preis an Alex Rühle für den Beitrag „Ruhig strahlend wie die Gleise vor uns“. Ein deutscher Spaziergänger beschreibt Paris entlang der Metro-Linie 13 und entdeckt die soziale Vielfalt der französischen Hauptstadt und ihrer Vororte.

Die Jury hebt besonders die humorvolle Art hervor, mit der Alex Rühle auf seiner kleinen Stadtreise von den unterschiedlichen Facetten der Pariser Stadtviertel und Vororte erzählt. Dabei bewegt sich der Autor stets abseits der üblichen Touristenklischees. Der Text führt den deutschen Leser in die soziale und multikulturelle Realität der Pariser Großregion ein.

Internetpreis – gestiftet vom Département de la Moselle

Herausgeberin und Redakteurin

Cécile Boutelet

Le Petit Journal – Deutschlandausgabe

Cécile Boutelet

Der Internetpreis wird verliehen an die Deutschlandausgabe des Webangebots „Le Petit Journal“.

Die Jury würdigt insbesondere die Vielfältigkeit der dargestellten Themen, mit der das Leben in Deutschland und der gesellschaftliche Alltag aus französischer Sicht beschrieben wird. Gleichzeitig ermöglicht „Le Petit Journal“ Franzosen, die im Ausland leben, eine Verbindung zu ihrem Heimatland aufrecht zu halten. Le Petit Journal bietet viele praktische Informationen zum kulturellen Leben, zu Wirtschaftsthemen, Politik und auch Antworten auf administrative Fragen.

Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk

Maria Wimmer

 „Prostituierte sind Opfer, nicht Straftäter“

Mittelbadische Presse

Maria Wimmer

Den Nachwuchspreis (4.000 Euro), gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk, erhält Maria Wimmer für „Prostituierte sind Opfer, nicht Straftäter“, erschienen in der Mittelbadischen Presse.

Die junge Autorin begleitet sensibel und gleichzeitig mit originellem Blickwinkel die Arbeit zweier Vereine in Deutschland und Frankreich, die Prostituierte beim Ausstieg unterstützen. Sie beleuchtet die sehr unterschiedlichen Realitäten diesseits und jenseits der Grenze, vergleicht die rechtlichen Grundlagen und gibt damit ein eklatantes Beispiel für fehlende Harmonisierung in Europa.

Preisträger 2008

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

Tomi Ungerer

Tomi Ungerer

Der geborene Elsässer pointiert immer wieder humorvoll die deutsch-französischen Beziehungen. Mit seinen Motiven schlägt er Brücken zwischen den beiden Ländern, die keiner Worte bedürfen. Seine provokanten Zeichnungen haben den Künstler dies- und jenseits des Rheins populär gemacht

Fernsehpreis

Cathérine Menschner

„Ab in den Knast – Wenn Mädchen straffällig werden“

NDR für ARTE

Cathérine Menschner

Die Jury würdigt die Originalität des Themas: den Vergleich der Lebenswirklichkeiten von straffällig gewordenen Mädchen in Deutschland und Frankreich.

Der Autorin ist es gelungen, verstörend starke Protagonistinnen zu finden, die authentisch und bewegend sind – ohne jeden Zweifel eine investigative Rechercheleistung.

Hörfunkpreis

Vera Laudahn

„Frankreich wählt – Eine Reportagereise durch Südfrankreich“

WDR2

Vera Laudahn

Der Autorin ist es gelungen, auf lebendige Art und Weise ein prägnantes und differenziertes Bild der französischen Gesellschaft vor der Präsidentschaftswahl zu zeichnen. Die Jury hebt außerdem den Mut der Redaktion hervor, die eine solche Reportagereihe in einem formatierten Tagesbegleitprogramm zur besten Sendezeit platziert hat.

Printmedienpreis

Heimo Fischer

„Wahlkampf in Frankreich – Momentaufnahmen“

Financial Times Deutschland

Heimo Fischer

Der Autor hat es verstanden, in vier kurzen Reportagen aus unterschiedlichen Bereichen und Regionen ein anschauliches und informatives Stimmungsbild vom französischen Präsidentschafts-wahlkampf zu liefern. Es ist ihm gelungen, eine atmosphärische dichte Schilderung zu geben, die das Thema ohne Voreingenommenheit darstellt.

Internetpreis – gestiftet vom Département de la Moselle

Eva John / Romy Straßenburg

www.gen80.eu

„Generation 80“

R. Straßenburg, E. John

Die Jury hebt den erfrischenden und sehr persönlichen Blick auf unterschiedliche Aspekte des Lebensgefühls junger Menschen in Berlin und Paris hervor. Dabei nutzt „Generation 80″ mit Bildern, selbst produzierten Audiobeiträgen und Flashanimationen die multimedialen Möglichkeiten des Mediums aus, ohne das Angebot technisch zu überfrachten. Vielmehr animiert es den Leser, auf Entdeckungsreise zu gehen. Auch die grafische Gestaltung und die Form als Adventskalender haben überzeugt.

Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk

Martina Andrecht

„Vie parisienne vue par une allemande – Cinq pastilles franco-allemandes“

France 3 Ile-de-France

Martina Andrecht

In den Beiträgen konfrontiert die Autorin die Franzosen liebevoll mit ihren kleinen Marotten. Die Beiträge sind originell, humorvoll, frisch, bisweilen frech aber auch informativ. Ein ausdrückliches Lob der Jury geht an die Redaktion von France 3 Ile-de-France, die den Mut zu dieser ungewöhnlichen Form der Berichterstattung hatte.

Preisträger 2007

Großer Deutsch-Französischer Medienpreis

Michel Meyer

Michel Meyer

Für den gebürtigen Elsässer stehen seit Beginn seiner Karriere die deutsch-französischen Beziehungen im Zentrum seiner journalistischen Arbeit. Der ehemalige Hörfunk-, Fernseh-, und Zeitungskorrespondent in Deutschland ist auch Autor zahlreicher Publikationen über sein Nachbarland.

Fernsehpreis

Arnaud Miguet, Jérôme Bony, Karine Comazzi, Bernard Lebrun

„Allemagne : la grande mutation ?“

France 2

Karine Comazzi

Die Jury hat einstimmig den Fernsehpreis an eine Sondersendung des Magazins „Un Oeil sur la Planète“ von France 2 verliehen. Es besteht aus vier Teilen und trägt den Titel „Allemagne : la grande mutation ?“ („Deutschland: der große Wandel?“).

Das Magazin wurde kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft ausgestrahlt und zeigt ein modernes, in Frankreich wenig bekanntes Deutschland: seine wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und demografischen Aspekte und das besondere Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland.

Die Jury war beeindruckt von der Qualität der Recherche, der lebendigen filmischen Darstellung und der Auswahl der Interviewpartner.

Hörfunkpreis

Hélène Kohl

„Le souvenir du ‚miracle de Berne’ aujourd’hui en Allemagne“

Europe 1

Hélène Kohl

Die Radio-Jury hat den Deutsch-Französischen Journalistenpreis in der Kategorie Hörfunk einstimmig an Hélène Kohl für ihren Beitrag „Le souvenir du ‚miracle de Berne’ aujourd’hui en Allemagne“ („Erinnerung an das ‚Wunder von Bern’ heute in Deutschland“) vergeben.

Er wurde im französischen Radio Europe 1 im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland ausgestrahlt. Der Autorin ist es gelungen, einem französischen Publikum ein Stück deutsche Gesellschaftsgeschichte näher zu bringen.

Die Jury unterstreicht die gute Auswahl der Gesprächspartner, die geschickte Fragestellung und die gelungene Umsetzung des Beitrages. Er spiegelt außerdem die Atmosphäre in Deutschland im Jahr des Wunders von Bern, 1954, sehr gut wieder.

Printmedienpreis

Michael Kläsgen

„Zimmer ohne Aussicht“

Süddeutsche Zeitung

Michael Kläsgen

Michael Kläsgen zeichnet in seiner Reportage „Zimmer ohne Aussicht“ die Schicksale der neuen Obdachlosen Frankreichs und der „Generation Ungewissheit“ nach.

Kläsgen bereitet hier ein hochaktuelles und relevantes Thema verständlich für ein deutsches Publikum auf. „In Frankreich kannst Du von einem Tag auf den anderen auf der Straße landen“, sagt ein Betroffener in Kläsgens Reportage, so wie einst der verstorbene Abbé Pierre. Nach Kläsgens Reportage versteht man warum.

Internetpreis – gestiftet vom Départment de la Moselle

Harald Schultz

www.frankreich-heute.de

„Frankreich heute – Das Magazin für frankophile Internauten“

Harald Schultz

Das Weblog präsentiert kurze, prägnante Texte zu verschiedenen Aspekten von französischem, aber auch internationalem Interesse. Es ermöglicht deutschen Lesern damit eine schnelle Orientierung zu Themenbereichen wie Politik, Wirtschaft, Sport, Boulevard oder auch Tourismus.

Mit der Vergabe des Preises würdigt die Jury die Aktualität, den europäischen Bezug sowie die journalistische Professionalität des Angebots. Hervorzuheben ist die Berichterstattung zu den Wahlen in Frankreich.

Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk

Anne Funk

„Zugbekanntschaften“

Potato

Anne Funk

Die neue TGV-Verbindung zwischen Paris und Frankfurt am Main war Anlass für Anne Funk, Menschen aus verschiedenen Städten entlang der Strecke zu porträtieren.

Sie bringt den Lesern bildhaft die Stationen des Zuges, Reims, Bar-le-Duc und Metz nahe. Die Idee von Frau Funk, Menschen im Zug vorzustellen, wo Zeit, Raum, Identität und Nationalität zu verschwimmen scheinen, ist erfrischend. Die Umsetzung ist gelungen und für die Zielgruppe eines jungen Magazins geeignet.

Preisträger 2006

Ehrenpreis

Ulrich Wickert

Ulrich Wickert

Der Moderator der ARD-„Tagesthemen“ war lange Jahre ARD-Korrespondent in Paris. Er wird ausgezeichnet für seine Berichterstattung über Frankreich und sein Engagement zur Verbesserung des deutsch-französischen Verhältnisses.

Fernsehpreis

Imke Meier

„Vivian – ein halbes Jahr allein in Frankreich”

ZDF / Kinderkanal

Imke Meier

Imke Meier arbeitet seit 1998 als Redakteurin und Autorin im Programmbereich Kinder und Jugend des ZDF. Seit 1999 macht sie TV Beiträge u.a. für die 3sat-Kulturzeit, 3sat nano und die „logo!“-Kindernachrichten.

Der Film zeichnet auf originelle und authentische Weise den Aufenthalt einer 13-jährigen Deutschen bei einer Gastfamilie in Frankreich nach.

Hörfunkpreis

Aurélie Luneau

„Dans les pas de Rudi le Rouge“

France Culture

Aurélie Luneau

Aurélie Luneau stammt aus Mühlheim (Baden-Württemberg) und ist promovierte Historikerin. Sie ist Autorin zahlreicher Hörfunkbeiträge und arbeitet seit 1998 für France Culture. Seit 2004 ist sie stellvertretende Redakteurin für die Sendung „La Nouvelle fabrique de l´histoire“.
In ihrem Beitrag stellt Aurélie Luneau mit Geschick und historischer Genauigkeit die Studentenbewegung in Deutschland und Frankreich dar.

Printmedienpreis

Lorenz Wagner

„Der General hätte ‚oui’ gesagt“

Financial Times Deutschland

Lorenz Wagner

Lorenz Wagner kommt ursprünglich aus Saarbrücken und arbeitet seit 1999 für die Financial Times Deutschland, zuerst als Nachrichtenredakteur, jetzt als Reporter. Er schreibt regelmäßig Sonderseiten über Frankreich.

Lorenz Wagner hat im Vorfeld des französischen Referendums über Europa De Gaulles Sterbeort besucht und argumentiert, de Gaulle hätte nicht nur mit ‚oui’ gestimmt, sondern er hätte es auch geschafft, seine Bürger davon zu überzeugen.

Internetpreis – gestiftet vom Département de la Moselle

Andreas Noll
„Spurensuche in einem verunsicherten Land. Frankreich – eine Winterreise“

www.frankreich-forum.de/winterreise

Andreas Noll

Andreas Noll war viele Jahre Lokalredakteur der Westfälischen Rundschau und arbeitet seit 2004 als freier Journalist für die Deutsche Welle. Er hat den Start des deutsch-französischen Informationsangebotes www.frankreich-forum.de im Internet betreut.

Die differenzierte Analyse der Ereignisse im Winter 2005/06 berücksichtigt viele Facetten des Internets und vermittelt durch die Auswahl des Bildmaterials eine hohe Authentizität.

Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk

Rencontres und Chefredakteurin Johanna Heinen

www.rencontres.de

Johanna Heinen

Johanna Heinen ist 1980 geboren und stammt aus einer luxemburgisch-finnischen Familie. Sie hat Frankreichwissenschaften an der freien Universität Berlin studiert. Im Oktober 2003 hat sie das deutsch-französische Magazin rencontres gegründet.

An dem nicht-kommerziellen Projekt sind mehr als hundert Studenten, Journalisten, Übersetzer und Fotografen beteiligt, die das Interesse an der Sprache und Kultur des Nachbarlandes wecken und fördern wollen.

Preisträger 2005

Ehrenpreis

Jérôme Clément, Dieter Stolte, Jobst Plog

D. Stolte, J. Clément, J. Plog

Den Ehrenpreis erhalten die Gründer und Bewahrer von ARTE: Jérôme Clément, Dieter Stolte und Jobst Plog. Das Programm hat seit seiner Gründung eine überzeugende Vielfalt von Themen aus beiden Ländern aufgegriffen, sie interkulturell aufbereitet und in besonderem Maß zum besseren gegenseitigen Verständnis von Deutschen und Franzosen beigetragen.

Fernsehpreis

Serge Moati / Ruth Zylberman

„Feinde, Nachbarn, Freunde“

ARTE

S. Moati, R. Zylberman

Serge Moati arbeitet seit 1968 als Regisseur von Fernseh-, Spiel- und Dokumentarfilmen. Seit 1990 ist er Geschäftsführer der Produktionsfirma Image & Compagnie.

Ruth Zylberman ist Autorin und Regisseurin von Dokumentarfilmen. Die beiden lassen französische und deutsche Korrespondenten vierzig Jahre miterlebte Geschichte Revue passieren: kenntnisreich, mal engagiert, mal kritisch distanziert.

Hörfunkpreis

Peter Hölzle / Günter Liehr

„Vichy an der Donau“

Radio France Internationale (RFI)

G. Liehr, P. Hölzle

Peter Hölzle ist promovierter Literaturwissenschaftler und freier Journalist. Er arbeitet für den ARD-Hörfunk, aber auch für einige Zeitungen. Günter Liehr lebt seit 1977 in Paris und ist Reporter von RFI. Aus seiner Feder stammen auch viele Veröffentlichungen zur französischen Medienlandschaft und zur Geschichte von Paris.

Die Reportage schildert die letzte Station der französischen Kollaborateure im Schloss von Sigmaringen im Oktober 1944. Das brisante Thema haben die beiden Autoren mit tiefer Sachkenntnis elegant umgesetzt.

Printmedienpreis

Pascale Hugues

Kolumne „Mon Berlin“

Der Tagesspiegel

Pascale Hugues

Pascale Hugues ist Deutschland-Korrespondentin von Le Point und Libération in Berlin. In ihrer zweiwöchentlichen Kolumne im Tagesspiegel beobachtet sie genau, spürt originelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Deutschen und Franzosen auf, und analysiert diese klug.

Internetpreis – gestiftet vom Département de la Moselle

Hélène Chevallier

„Le débarquement vu d‘Allemagne“

www.radiofrance.fr

Hélène Chevallier ist Redakteurin bei Radio France. Ihr Webangebot ergänzt ein Wochendossier von Radio France und nutzt dabei die multimedialen Möglichkeiten (Texte, Bilder, Audio-Beiträge und hypertextuelle Verlinkungen) optimal aus. Dafür hat die Autorin Zeitzeugen in Deutschland aufgesucht.

Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk

Redaktion „Extra“

Le Républicain Lorrain / Saarbrücker Zeitung

Für diese zweisprachige Jugendbeilage haben insgesamt 14 deutsche und französische Jugendliche aus dem Saarland und Lothringen unter Leitung von Chris Mathieu die sie bewegenden Themen in ihrer Sprache diskutiert, recherchiert und zu Papier gebracht.

Preisträger 2004

Ehrenpreis

Jean-Paul Picaper

Jean-Paul Picaper

Dr. Jean Paul Picaper hat Germanistik studiert und in Politikwissenschaft promoviert. Er war 12 Jahre lang Professor an der Freien Uni Berlin. Er hat mehrere Bücher in Frankreich und Deutschland veröffentlicht. Sein letztes Werk „Les enfants maudits“ ist im April 2004 erschienen. Jean-Paul Picaper wird ausgezeichnet für sein Engagement als Deutschland-Korrespondent der Tageszeitung Le Figaro und für die von ihm ins Leben gerufene zweisprachige Internet-Zeitschrift „Eurbag Magazine“.

Fernsehpreis

Caterina Woj

„Vergeltung an deutschen Kriegsgefangenen“

MDR

Caterina Woj

Caterina Woj hat nach Ihrer Ausreise aus der ehemaligen DDR an der Freien Uni Berlin Germanistik, Publizistik und Amerikanistik studiert. Nach freier Mitarbeit für mehrere Zeitungen und Rundfunkanstalten arbeitet sie jetzt ausschließlich als Fernsehjournalistin und berichtet vorwiegend im Bereich Kultur und Politik aus dem Ausland. Ihr nur knapp 6minütiger Film „Vergeltung an deutschen Kriegsgefangenen“ thematisiert behutsam und eindringlich das Problem der Behandlung von deutschen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg.

Hörfunkpreis

Emmanuel Laurentin / Véronik Lamendour

„Lecture de façades à Berlin“

France Culture

V. Lamendour, E. Laurentin

Emmanuel Laurentin arbeitet seit 1986 bei Radio France. 1999 hat er für France Culture „La Fabrique de l’histoire“ kreiert.
Das wöchentliche Geschichtsprogramm verantwortet er zusammen mit Véronique Lamendour, die seit 1991 für Radio France arbeitet. Die Reportage „Lecture de façades à Berlin“ („Fassaden-Lesen in Berlin“) ist ein origineller Spaziergang durch Berlin, der dem Hörer Architektur, Literatur, Film und Geschichte der Hauptstadt nahe bringt.

Printmedienpreis

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung

Die Ausgabe „In Nachbars Garten“ des Magazins der Süddeutschen Zeitung wird ausgezeichnet für die sehr unterhaltsamen und zugleich informativen Einzelbeiträge von Autoren wie Sascha Lehnartz, Axel Hacke und Philipp Oehmke. Darin werden französische Gebiete, Belange und Zustände veranschaulicht.

Internetpreis – gestiftet vom Département de la Moselle

„Grand méchant loup / Der böse Wolf“

www.boeser-wolf.schule.de

Seit 2001 begleitet die Autorin Christiane Baumann mit Unterstützung einiger Eltern eine deutsch-französische Grundschulklasse in Berlin. Anhand von Ton-, Text- und Bildmaterial wird die Entwicklung dieser Klasse aufgezeichnet. Der Werdegang der Kinder, die mit zwei Sprachen aufwachsen, ist auf der Website www.boeser-wolf.schule.de zu verfolgen. Ein lehrreicher und zugleich fantasievoller Wegweiser von Kindern für Kinder und Erwachsene.

Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk

Marcela Drumm

„Ein Bastard aus Marseille. Izzo und die Stadt der Kontraste“

Westdeutscher Rundfunk

Marcela Drumm

Marcela Drumm hat schon während ihres Studiums der Germanistik und Medienwissenschaft für das Hochschul-Radio in Düsseldorf gearbeitet. Knapp zwei Jahre war sie in der Pressestelle von Nickelodeon Deutschland tätig. Zurzeit ist sie freie Autorin, u.a. für den RBB und den WDR. Ihre Radio-Reportage „Ein Bastard aus Marseille. Jean-Claude Izzo und die Stadt der Kontraste“ ist ein exzellent gemachter literarischer und musikalischer Streifzug durch Marseille.

Preisträger 2003

Ehrenpreis

Joseph Hanimann

Joseph Hanimann

Seit 1986 ist Joseph Hanimann Feuilleton-Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Paris. Hanimann berichtet regelmäßig über ein breites Spektrum frankreichbezogener Themen und vermittelt damit ein umfassendes, gründlich recherchiertes Bild des Nachbarlandes.

Fernsehpreis

Harald Schmidt

„Die Harald Schmidt Show – Le show en français“

Sat1

Harald Schmidt

Unterhaltungs-Ikone Harald Schmidt moderiert seit Dezember 1995 auf Sat1 die Kult gewordene „Harald Schmidt Show“. Seine Sendung vom 28. Mai 2002 hatte den Untertitel „Le Show en Français“ und war komplett auf Französisch. So hat er dem deutschen Publikum eine Stunde lang den französischen Nachbarn humorvoll, ehrlich und unterhaltsam präsentiert. Für diese mutige Leistung erhält er den Fernsehpreis.

Hörfunkpreis

Radio France Internationale und die Deutsche Welle

„Duo für Europa“

Aus Anlass des 40. Jahrestages des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrags haben Radio France Internationale und die Deutsche Welle ein vielfältiges und gelungenes Gemeinschaftsprojekt mit dem Titel „Duo für Europa“ entwickelt. Die zweisprachige Sendung präsentiert geschickt 40 Jahre gemeinsame deutsch-französische Geschichte und ihre politischen Auswirkungen.

Printmedienpreis

Libération und Berliner Zeitung

Die Doppelausgabe von Libération und Berliner Zeitung anlässlich des 40. Jahrestages des Elysée-Vertrags erhält den Printmedien-Preis. Die Jury hob hervor, dass diese gelungene „Doppel-Zeitung“ den deutschen und französischen Redakteuren eine Gelegenheit bot, zusammen zu arbeiten. Damit wurde eine Brücke der Kooperation auf dem journalistischen Gebiet geschlagen.

Nachwuchspreis, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk

Harald Jung und sein Team

„Fremde Freunde“

ZDF

Harald Jung

Den Nachwuchspreis des Deutsch-Französischen Jugendwerks erhalten Harald Jung (ZDF) und sein Team aus jungen deutschen und französischen Journalisten für die Sendung „Fremde Freunde“. Die am 19. Januar 2003 vom ZDF ausgestrahlte Sendung wird für ihre originelle und persönliche Herangehensweise an verschiedene deutsch-französische Alltagsthemen ausgezeichnet.

Preisträger 2002

Ehrenpreis

Georg Stefan Troller

Georg Stefan Troller

Den Ehrenpreis 2002 erhält der langjährige Fernseh-Korrespondent der ARD und des ZDF in Paris, Georg Stefan Troller, in Anerkennung seines herausragenden und vorbildlichen journalistischen Engagements für die deutsch-französische Verständigung.

Fernsehpreis

Frédéric Chignac

„L’orchestre des chômeurs“

France 3

Frédéric Chignac

Der passionierte Historiker Frédéric Chignac möchte Situationen darstellen, die die Vorstellungskraft übersteigen. Wie in seinem Beitrag „L’orchestre des chômeurs“ („Das Orchester der Arbeitslosen“), ausgestrahlt von France 3 in der Reihe „Faut pas rêver“ (Nicht träumen). Dieser Film schildert eindrucksvoll den Überlebenskampf eines in Ostberlin gegründeten Arbeitslosenorchesters. Denn viele musikalische Gruppen wurden aus wirtschaftlichen Gründen Opfer der Wiedervereinigung.

Fernsehpreis – Kurzreportage

Sabine Willkop

„Jacques und Lotka“

Südwestrundfunk

Sabine Willkop

Sabine Willkop arbeitet seit 1989 beim SWR für Hörfunk und Fernsehen. Ausgezeichnet wurde ihr Kurzfilm „Jacques und Lotka“, produziert für die Reihe „Nachtkultur“ des SWR. Es ist die Geschichte einer Französin, die durch eine Zufallsbekanntschft in der Bibliothek ihre wahre Identität entdeckt und dass ihre Eltern – Jacques und Lotka – als Résistance-Kämpfer hingerichtet wurden.

Hörfunkpreis

Günter Liehr / Alexander Musik
„Der dritte Flughafen für Paris stört die Ruhe der Lebenden – und Toten“

Radio France Internationale

Günter Liehr

Alexander Musik

Der Rundfunkjournalist und Sachbuchautor Günter Liehr lebt seit 1977 in Paris. Von ihm gibt es zahlreiche Veröffentlichungen zur französischen Medienlandschaft und zur Geschichte von Paris. Für die Hörfunkreportage von RFI „Der dritte Flughafen für Paris stört die Ruhe der Lebenden – und Toten“ wurde ihm und Alexander Musik der Hauptpreis Hörfunk zuerkannt. Ihr Beitrag bildet die lebhaften Diskussionen um den Bau des geplanten Flughafens ab und verbindet dabei sehr geschickt Geschichte und Aktualität.

Der Literaturwissenschaftler Alexander Musik ist seit 1991 als Rundfunk- und Printjournalist tätig. Er lebt seit April 2001 in Paris und hat zahlreiche Auslandsreportagen gemacht, vor allem zum gesellschaftlichen Umbruch in Mitteleuropa. Er erhält zusammen mit Günter Liehr den Hauptpreis Hörfunk für die Reportage „Der dritte Flughafen für Paris stört die Ruhe der Lebenden – und Toten“.

Printmedienpreis

Michael Neubauer

„Wer fackelt am besten“

Badische Zeitung

Michael Neubauer studierte Germanistik, Politik und Romanistik in Freiburg und Basel. Er arbeitet derzeit als Korrespondent der Badischen Zeitung für Straßburg und das Elsass. Seine mit dem Hauptpreis Printmedien ausgezeichnete Reportage „Wer fackelt am besten“ beleuchtet auf eindringliche Weise die gesellschaftlichen Ursachen und Abläufe der gewalttätigen Ausschreitungen von Jugendlichen in einer typischen Hochhaussiedlung am Rande von Straßburg.

Sonderpreis Deutsch-Französischer Kulturrat – Kategorie Hörfunk

Patrice Gelinet
„La résistance allemande à Hitler“

France Inter

Patrice Gelinet

Die Sendungen des ehemaligen Geschichtslehrers Patrice Gelinet befassen sich mit der Geschichte unserer Zivilisation. Die Jury hat besonders die Qualität seiner Arbeit herausgehoben und ihm für den Beitrag „La résistance allemande à Hitler“ („La résistance allemande à Hitler“) den Preis des Deutsch-Französischen Kulturrats verliehen. Die Sendung wurde im Rahmen der Reihe „2000 ans d’histoire“ von France Inter ausgestrahlt. Der Beitrag behandelt kompetent und auf lebendige Art einen wichtigen Aspekt deutscher Zeitgeschichte.

Sonderpreis Deutsch-Französischer Kulturrat – Kategorie Printmedien

Jacqueline Hénard
„Viel gelobt, wenig gesehen“

Die Zeit

Jacqueline Hénard

Jacqueline Hénard arbeitete nach Studien in Montpellier, Paris und London 17 Jahre bei der FAZ und ist seit 1997 Paris-Korrespondentin der Zeit. Sie erhält den Sonderpreis des Deutsch-Französischen Kulturrats für Ihren Artikel „Viel gelobt, wenig gesehen“. Aus Anlass des 10. Jahrestages der Gründung von ARTE vermittelt sie dem Leser einen ebenso kenntnisreichen wie auch wohlwollend kritischen Einblick in die Arbeitsweise des Kulturkanals sowie die unterschiedlichen Kulturen beider Länder.

Preis des Deutsch-Französischen Jugendwerks

Pascale Hugues / Michael Hammon

„Gehen oder bleiben? Jugendliche in Deutschland-Ost“

ARTE

Pascale Hugues

Michael Hammon

„Gehen oder bleiben“ ist der erste Film der Deutschland-Korrespondentin des französischen Nachrichtenmagazins „Le Point“. In dieser Produktion für ARTE kommen junge Ostdeutsche zu Wort, die als Generation des Zweifels und der Hoffnung ihr Leben in den Realitäten von Ost und West einzurichten versuchen. Die Jury verleiht ihr und Michael Hammon den Preis des Deutsch-Französichen Jugendwerks.

Der in Südafrika geborene Regisseur und Kameramann Michael Hammon lebt zwischen Südafrika und Deutschland. Er hat bereits bei mehreren Filmen Regie geführt und zahlreiche Preise erhalten. Den Sonderpreis des Deutsch-Französischen Jugendwerks erhält er zusammen mit Pascale Hugues für die ARTE-Produktion „Gehen oder bleiben“. Eine Reportage über junge Ostdeutsche, die ihr Leben in den Realitäten von Ost und West einzurichten versuchen.

Preisträger 2001

Fernsehpreis

Patrice Romedenne

„Pour en finir avec l’extrémisme“

France 2

Patrice Romedenne

Der Film aus der Reihe Envoyé Spéciale (France 2) liefert eine gut recherchierte Inneneinsicht in rechtsextreme Gewalt. Er zeigt sowohl die Täter und die Opfer als auch diejenigen, die als Aussteiger aus der rechten Szene zum Kampf gegen rechte Gewalt beitragen.
Ebenso fair stellt Romedenne die öffentlichen Verurteilungen des Extremismus durch die Bevölkerung und durch den Staat dar.
Die Jury hebt hervor, dass ein Problem, welches inzwischen europäische Dimensionen hat, bewältigt werden kann – wenn es mit konkreten Aktionen bekämpft wird und nicht mit Hysterie und Überreaktionen.

Fernsehpreis – Kurzreportage

Jörg Krause

„Wer war Omar Ben Noui? – von Algier nach Guben und zurück“

ARTE

Jörg Krause

Der Algerier „Omar Ben Noui“ verläßt aus Angst vor dem islamischem Terrorismus seine Heimat und hofft in der ostdeutschen Stadt Guben Arbeit und Sicherheit zu finden. Eine Gruppe rechtsradikaler Jugendlicher hetzt ihn durch die Stadt, dabei stürzt er zu Tode.
Anhand einer Person und mit einfachen filmischen Methoden hat Jörg Krause exemplarisch die Gefahr und Auswirkungen des politischen Extremismus dargestellt.

Hörfunkpreis

Lisa Huth

„Mir gehen nur niwwer kaafe“

Saarländischer Rundfunk

Lisa Huth

Der Hauptpreis in der Kategorie Hörfunk wurde einstimmig an Lisa Huth verliehen für ihren Beitrag: „Mir gehen nur niwwer kaafe (Wir gehen nur rüber einkaufen) – Was Saarländer und Lothringer wirklich voneinander wissen“. Die Autorin beschreibt lebendig das alltägliche Leben der deutsch-französischen Nachbarschaft.
Sie zeigt auf ihre humorvolle Art, dass trotz der ständigen Stereotypisierung die Tiefe einer gemeinsamen Vergangenheit deutlich ist.

Printmedienpreis

Dorothea Hahn

„Mörderisches Millieu‘“

die tageszeitung (taz)

Dorothea Hahn

Eine gute recherchierte Reportage mit auch für deutsche Leser nur schwer nachvollziehbaren administrativen und juristischen Hintergründen, die Frankreich von einer ganz besonderen Seite zeigen.
Eigentlich ein Negativ-Beispiel, aber gerade deshalb von besonderer Bedeutung. Die Autorin hat auf die Gefahr hingewiesen, in geschlossenen Gesellschaften den Deckel auf Skandale und Dramen zu halten. Als Korrespondentin in Paris ist es für sie eine große Leistung gewesen, intensive Recherchen in der Provinz durchzuführen.

Sonderpreis ASKO Europa-Stiftung – Kategorie Fernsehen

Dirk Heinemann

„Schwarze Brandung“

ARTE

Dirk Heinemann

Der deutsche Autor Dirk Heinemann hat für ARTE kritisch beobachtet, wie Frankreich mit der Ölpest umgegangen ist, die nach der Havarie des Tankers „Erika“ die bretonische Küste heimgesucht hat.
Der Beitrag macht deutlich, dass ökonomisches Gewinnstreben ohne Rücksicht auf die Umwelt eine ökologische Katastrophe auslöst, der die Küstenbewohner und der Staat lange Zeit hilflos gegenüber stehen.

Sonderpreis ASKO Europa-Stiftung – Kategorie Hörfunk

Ruth Jung

„Die Welt ist keine Ware – José Bové und der Bauernprotest in Südfrankreich“

Deutschlandfunk, Saarländischer Rundfunk, Westdeutscher Rundfunk

Ruth Jung

Der Sonderpreis ASKO geht an Ruth Jung für ihren Beitrag „Bauernführer José Bové“. Die Autorin erklärt die Hintergründe der Bewegung „José Bové“ gegen die Globalisierung.
Anhand unterschiedlicher und lebendiger Zeugnisse zeigt Ruth Jung den regionalen Zusammenhang Südfrankreichs und die neuen Formen des Widerspruchs der Bauerngewerkschaften. Diese Sendung trägt zum Verständnis eines französischen Phänomens sozialer Mobilisierung bei.

Sonderpreis ASKO Europa-Stiftung – Kategorie Printmedien

Matthias Beermann

„Bauernland ist abgebrannt“

Weser-Kurier

Matthias Beermann

Der Autor hat den Finger auf einen wunden Punkt der französischen Wirtschaft und Gesellschaft gelegt. Er erzählt, dass es in Frankreich ein Umdenken in der Agrarpolitik gibt, wovon die Deutschen wenig Vorstellung haben. Er erinnert daran, dass die Franzosen sich als bäuerliches Volk betrachten und an der Scholle kleben.
Er stellt auch das persönliche Drama der ruinierten Kleinbauern in den Vordergrund, während der Mythos einer international erfolgreichen Landwirtschaft aufrecht erhalten wird.

Sonderpreis ASKO Europa-Stiftung – Kategorie Fehrnsehen

Pierre-Olivier François

„Der große Rückschritt“

ARTE

Pierre-Olivier François

Der Film von Pierre-Olivier François (ARTE) greift eines der ältesten und zugleich brennendsten Probleme der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich auf: Die Tatsache, dass in beiden Ländern immer weniger in der Sprache des Nachbarn gelernt und gelehrt wird.
Ohne Beschönigung stellt der Autor dar, warum das vor allem im Computerzeitalter so ist, zeigt aber auch wie diese „Sprachlosigkeit“ überwunden werden kann.

Sonderpreis Deutsch Französischer Kulturrat – Kategorie Hörfunk

Emmanuel Laurentin

„Le poids de la mémoire allemande“

Radio France

 

Der Sonderpreis des Deutsch-Französischen Kulturrates geht an Emmanuel Laurentin für „Le poids de la mémoire allemande“, das Porträt einer deutsch-französischen jüdischen Familie. Dieses wunderbare Zeugnis zeigt den Schmerz bewältigter Vergangenheit und die Tiefe des Erbes.

Sonderpreis Deutsch Französischer Kulturrat – Kategorie Presse

Jean-Christophe Ploquin

„Bouillon de Culture en Allemagne“

La Croix

 

Der Autor vermittelt einen kaum erfassten Aspekt der deutschen Gegenwartsliteratur, indem er junge Autoren und junge Zeitschriften vorstellt, die sonst nicht auf den Markt kommen.
Er entspricht einem Bedürfnis des französischen Lesepublikums, die neue deutsche Literatur-Generation kennen zu lernen und stellt die Verbindung zwischen Literatur und Gesellschaft her, da er auch die veränderte Einstellung in Deutschland berücksichtigt.

Sonderpreis des Deutsch-Französischen Jugendwerks

Harald Martin und Schüler
(Stefanie Müller, Jasmin Braun, Andreas Frank, Arnaud Seng, Lorraine Muller, Laetitia Kimmel)

„Rettungswesen an der Grenze“

Saarländischer Rundfunk

Der Sonderpreis des deutsch-französischen Jugendwerks geht an Harald Martin bzw. an die 6 Schülerinnen und Schüler (drei aus Deutschland, drei aus Frankreich), mit denen er den Beitrag realisiert hat.

Die Autoren betonen, inwiefern die deutsch-französische Grenze noch ein Hindernis für den Rettungsdienst sein kann. Trotz der Bereitschaft seitens der Notfalldienste, Polizei und Feuerwehr sind juristische Hürden zahlreich.

Diese lebendige Reportage wurde im Rahmen eines Radioprojekts in Verbindung mit den Gymnasien St. Avold und Saarlouis unter der Leitung von Harald Martin produziert.

Preisträger 2000

Ehrenpreis

Daniel Vernet

Daniel Vernet

Daniel Vernet war von 1973 bis 1977 Auslandskorrespondent von „Le Monde“ in Bonn, doch auch die Weltstädte Moskau (1977-81) und London (1981-83) gehörten zu Stationen seiner journalistischen Laufbahn. Heute ist der 55-Jährige Leiter des Auslandsressorts von Frankreichs führender Tageszeitung, für die er Kommentare über internationale Politik verfasst und die Zusammenarbeit mit ausländischen Zeitungen koordiniert.

Vernet wurde für sein ständiges Engagement zur Verbesserung und Vertiefung der deutsch-französischen Beziehungen geehrt.

Fehrnsehpreis

Mitja Rietbrock / Michel Anglade

„Un mur dans la tête“

France 3

Mitja Rietbrock

Mitja Rietbrock ist erst 28 Jahre alt, doch kann bereits auf eine bewegte Karriere zurückblicken: Nach seinem Studium in Paris und Tours besuchte er die französische Journalistenschule in Lille und arbeitet seit 1997 als Redakteur und Kameramann.
Seit 1998 lebt er in Marseille und arbeitet fast ausschließlich für französische Sender. Gemeinsam mit seinem Kollegen Michel Anglade produzierte er den diesjährigen Gewinnerbeitrag „Un mur dans les têtes“, dessen „lebendige und lebensnahe Darstellung“ die Jury würdigte. Mit sehr viel persönlichem Engagement schildert das deutsch-französische Journalistenteam Gewinner und Verlierer der Wiedervereinigung – die Mauer in den Köpfen für ein französisches Publikum.
Aus dem OP direkt hinter die Kamera: Michel Anglade hatte mehrere Jahre als Arzt gearbeitet, bevor er 1991 die französische Journalistenschule in Straßburg besuchte. Seither ist der 43-jährige TV-Journalist als freier Autor, Kameramann und Bildreporter für die großen Fernsehsender Frankreichs tätig. Dabei ist er häufig am Puls des Geschehens und berichtet vor Ort von politischen Spannungen und militärischen Auseinandersetzungen.

Fernsehpreis – Kurzreportage

Véronique Barondeau / Andrea Fies

„RU 486 – Die Abtreibungspille“

ARTE

Véronique Barondeau

Andrea Fies

Die französische Journalistin Véronique Barondeau und ihre deutsche Kollegin Andrea Fies zeigten der diesjährigen Fernsehjury, wie deutsch-französische Kooperation funktionieren kann. Ihr Arte-Beitrag über „RU 468 – die Abtreibungspille“ in Deutschland wurde vor allem für die „filmische und journalistische Umsetzung eines komplizierten Themas und seines deutsch-französischen Hintergrundes“ geehrt.

Bevor Andrea Fies zu Arte stieß, studierte sie in Tübingen und Paris Allgemeine Rhetorik, Romanistik und Germanistik. Véronique Barondeau studierte Geschichte an der Universität Straßburg, wo sie auch die Journalistenschule besuchte.

Beide arbeiten seit ungefähr zwei Jahren zusammen und produzieren gemeinsame Beiträge für das deutsch-französische Nachrichtenmagazin „ArteInfo“.

Hörfunkpreis

Benoît Collombat

„Allemagne : Un mur dans les têtes“

France Inter

Benoît Collombat

Benoît Collombat gewann für seine Reportage „Allemagne: le mur dans les têtes“ („Deutschland: die Mauer in den Köpfen“) in der France Inter-Reihe „Interception“ die Jury für sich: eine „lebendige und radiotechnisch gelungene Rekonstruktion der Stimmungen und Meinungen anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Falls der Berliner Mauer“.

Um seine Dokumentation so authentisch wie möglich zu gestalten, traf der 30-jährige Absolvent der Journalistenschule in Lille Vertreter sämtlicher Schichten und reiste dafür nach Rostock, Berlin und Leipzig.
Benoît Collombat arbeitet seit zehn Jahren für den Hörfunk. Erfahrungen sammeln konnte er vor allem bei ausländischen Radiostationen wie Radio Canada, Radio Suisse Romande oder RTBF (Brüssel).

Printmedienpreis

Dr. Jochen Hehn

„Das Ende von ‚Weiter so‘“

Die Welt

Dr. Jochen Hehn

Dr. Jochen Hehn ist Frankreich-Korrespondent der „Welt“. Der 56-jährige Sinologe, der seit 1984 für das Flaggschiff des Axel-Springer-Verlages schreibt, erhielt die Auszeichnung für seinen Artikel vom 22. Januar 2000 „Das Ende von ‚Weiter so‘“.

Die Mitglieder sowohl der Vor- als auch der Hauptjury hatten sich klar für den Beitrag ausgesprochen, der „anschaulich darstellt, wie die Franzosen nach der letzten Ölkatastrophe plötzlich ihr ‚Öko-Gewissen‘ entdecken, nachdem sie sich in den letzten Jahrzehnten über das Umweltbewusstsein der Deutschen lustig gemacht haben“.

Jochen Hehn lebt und arbeitet in Paris, wo er sich im 13. Arrondissement zumindest die kulinarische Nähe zu fernöstlichen Kulturen bewahren konnte: Peking und Hongkong, aber auch Wien und die Türkei zählen zu den eindrucksvollsten Stationen seiner Korrespondentenlaufbahn.

Sonderpreis ASKO Europa-Stiftung – Kategorie Fernsehen

Günter Ederer

„Schocktherapie. Wie die Hoechst-Manager ihren Konzern zerschlagen“

Hessischer Rundfunk

Günter Ederer

Der Wirtschaftspublizist und Fernsehautor Günter Ederer gewährt mit seinem Beitrag „Schocktherapie. Wie die Hoechst-Manager ihren Konzern zerschlagen“ einen ungewöhnlichen Blick hinter die Kulissen eines gigantischen Wirtschafts-Coups.

Der hessische Journalist zeigt in seinem Beitrag nicht nur Gewinner und Verlierer, sondern auch „wie unterschiedlich deutsche und französische Mentalitäten auf solche Entwicklungen reagieren“. Die Jury würdigte in ihrem Urteil vor allem die detailgenaue und hautnahe Arbeitsweise des seit 1990 selbstständigen Filmproduzenten.
Günter Ederer erhielt für die vom Hessischen Rundfunk ausgestrahlte Reportage nach 1984 nun zum zweiten Mal den Deutsch-Französischen Journalistenpreis.

Sonderpreis ASKO Europa-Stiftung – Kategorie Printmedien

Harald Schultz

„Angriff der Nukleokraten. Der französische Stromriese EDF will den deutschen Markt knacken“

Die Woche

Harald Schultz

Dem „Verdrängungswettbewerb zwischen Frankreich und Deutschland um den Wirtschaftsstandort Nummer eins“ widmete sich Harald Schultz in seinem Artikel „Angriff der Nukleokraten. Der französische Stromriese EDF will den deutschen Markt knacken“, der am 15. Oktober 1999 in der „Woche“ veröffentlicht wurde.

Der 41-jährige Journalist aus Hannover studierte Volkswirtschaftslehre und Politik in Hamburg und Paris, bevor er die Hamburger Journalistenschule besuchte. Nachdem er über mehrere Jahre als Frankreichkorrespondent der „Woche“ aus Paris berichtet hat, ist er nun in die Bundeshauptstadt umgezogen und schreibt dort für das Wirtschaftsmagazin „Focus Money“.

Sonderpreis ASKO Europa-Stiftung – Kategorie Fernsehen

Dr. Axel Bornkessel

„Napoleon und die Deutschen: Ein Volk befreit sich“

Norddeutscher Rundfunk

Dr. Axel Bornkessel

Der Deutsch-Französische Kulturrat ehrte dieses Jahr den freien Filmemacher Dr. Axel Bornkessel für seinen NDR-Beitrag „Napoleon und die Deutschen – ein Volk befreit sich“. Der 57-Jährige widmete sich darin den bekannten und unbekannten Auswirkungen der Präsenz des französischen Staatsmannes und Feldherrn auf deutschem Boden. Die Reportage wurde von den Juroren als „fernsehgerechter Spaziergang in die Geschichte“ bezeichnet.
Nach seinem Studium der Germanistik, Romanistik und Theaterwissenschaften war Axel Bornkessel Dramaturg an Theatern in Bremen und Düsseldorf. Kultur und Geschichte gehören zu seinen bevorzugten Themengebieten.

Sonderpreis ASKO Europa-Stiftung – Kategorie Hörfunk

Sven Rech

„Lothringen – eine Sinfonie“

Saarländischer Rundfunk

Sven Rech

Der Saarländer Sven Rech ‚komponierte‘ „Lothringen – eine Sinfonie“, ein „künstlerisches und zweisprachiges Feature, das den strengen Regeln dieses Musikstücks folgt“: In den drei Teilen Andante, Fuge und Scherzo lässt der 35-jährige Germanist Sprach-, Stimm- und Geräuschelemente ineinander schmelzen.

Nach seinem Studium an der Universität des Saarlandes absolvierte Sven Rech ein Volontariat beim Saarländischen Rundfunk, wo er seitdem zahlreiche Features und Kurzbeiträge in Hörfunk und Fernsehen produziert. Den Deutsch-Französischen Journalistenpreis hat er bereits zum dritten Mal erhalten.

Preis des Deutsch-Französischen Jugendwerks

Ann-Catherine Cavalli

„Tandem oder ‚Ménage à trois‘? 40 Jahre ostdeutsch-französische Beziehungen im Rückblick“

Radio France Internationale

Ann-Catherine Cavalli

Ann-Catherine Cavalli verließ ihren Studienort Leipzig im Jahr 1992 und verlegte ihren Wohnort nach Paris. Kein Wunder also, dass sich ihr Hörfunkbeitrag „Tandem oder ‚ménage à trois‘?“ auf die Frage der ostdeutsch-französischen Beziehungen der vergangenen 40 Jahre bezieht. Damit arbeitete die 31-jährige Deutsch-Französin „einen bisher vernachlässigten Aspekt der deutsch-französischen Beziehungen auf“. Ihr Engagement wurde mit dem Sonderpreis zur Weiterarbeit an diesem Thema belohnt.

Ann-Catherine Cavalli ist Redakteurin in der deutschen Redaktion von Radio France Internationale. Sie hat 1998 bereits den Sonderpreis der ASKO Europa-Stiftung erhalten.

Förderpreis

Bernhard Hentschel

„Kommando Völkerfreundschaft“

Südwestrundfunk

Bernhard Hentschel

Für den SWR-Korrespondenten Bernhard Hentschel war das Thema seines Wettbewerbsbeitrags kein Neuland: Von 1982 bis 1983 wurde der gebürtige Landauer von der Bundeswehr eingezogen und absolvierte seinen Wehrdienst bei der Koblenzer Fernmeldeeinheit.
Sein Bericht „Kommando Völkerfreundschaft“ über die Deutsch-Französische Brigade anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens „geht weit über den militärischen Aspekt hinaus und behandelt das Thema auf lebendige und geschickte Art“, urteilte die Jury.
In seiner Reportage interessierte sich der 37-jährige Deutsch-Franzose vor allem für die interkulturelle Dimension dieser binationalen Militäreinheit, in der Vorgesetzte und Kameraden oft nicht die gleiche Sprache sprechen.

Mittlerweile hat der Germanist seinen ,persönlichen Planungsstab‘ nach Konstanz verlegt, wo er seit 1998 als Fernsehkorrespondent für den Südwestrundfunk arbeitet.

Lobende Erwähnung – Kategorie Fernsehen

Anne Worst

„Kollaborateure unterm Hakenkreuz – Pétains Frankreich“

Norddeutscher Rundfunk

Anne Worst

Für die vom Norddeutschen Rundfunk ausgestrahlte Geschichtsdokumentation „Kollaborateure unterm Hakenkreuz – Pétains Frankreich“ erhielt die in Berlin lebende TV-Journalistin Anne Worst eine lobende Erwähnung der Jurymitglieder. Diese urteilten, dass die 38-Jährige „sachlich und mit großer historischer Glaubwürdigkeit eines der schwierigsten Kapitel der jüngeren deutsch-französischen Vergangenheit dokumentiert.“

Anne Worst arbeitet vornehmlich für Arte und die ARD, sowohl für das Erste als auch für die Dritten Programme. Zur Zeit ist sie unter anderem mit einer „Geschichte Mitteldeutschlands“ beschäftigt.

Lobende Erwähnung – Kategorie Fernsehen

Jean-Marc Surcin

„Les derniers de la ‹ der des ders ›“

France 2

Jean-Marc Surcin

Jean-Marc Surcin erhielt eine lobende Erwähnung für seine Reportage „Les derniers de la ,der des ders’“ („Die letzten Kriegsveteranen“), die von France 2 in der Sendereihe „Lignes de Vie“ ausgestrahlt wurde. Zu seinem großen Verdienst zählt es, einige der letzten Überlebenden des ersten Weltkrieges zu Wort kommen zu lassen – Männer, die sich vor 86 Jahren in blutigen Schlachten gegenüberstanden. Sein Film wurde von der Jury als „Erinnerung an damals und als Warnung für die Zukunft“ gewürdigt.

Jean-Marc Surcin ist 36 Jahre alt und lebt in Paris. In seiner Karriere als Fernsehreporter wurde er bereits in den verschiedensten Bereichen eingesetzt: zu seinen Ressorts gehören sowohl Sportreportagen als auch historische und geographische Dokumentationen.

Lobende Erwähnung – Kategorie Printmedien

Jean Tromeur

„L’Allemagne dix ans après la chute du mur“

Le Progrès de Cornouaille

Jean Tromeur

Da es keine Selbstverständlichkeit ist, dass ein bretonisches Regionalblatt in einer vierteiligen Serie ausführlich über die Folgen und Auswirkungen der deutschen Wiedervereinigung berichtet, belohnten die Juroren der Printjury dieses Engagement durch eine lobende Erwähnung. Bei der Berliner Preisverleihung nahm der 78-jährige Jean Tromeur gemeinsam mit zwei weiteren Preisträgern seine Urkunde auf der Bühne entgegen.
Jean Tromeur schreibt regelmäßig für die seit mehr als 100 Jahren existierende Regionalzeitung „Le Progrès de Cornouaille“.

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